Alpenkrähe im Museum Alpin – und doch nicht ganz verschwunden
Lange Zeit begleitet die Art der Alpenkrähe den Menschen als Kulturfolger. Im Umfeld der menschlichen Landwirtschaft fand sie ihre ökologische Nische. Brutplätze waren zum Bespiel am Schloss Tarasp und an der Ruine Räthia Ampla bekannt. Doch dann verschwand der Vogel aus den Ostalpen. Seit ca. 1967 sind keine Bruten aus Graubünden mehr bekannt.
Doch was hat zu diesem Verschwinden der Art geführt? Mit Bestimmtheit sagen lässt sich dies nicht mehr, doch auffallend ist, dass das Verschwinden der Alpenkrähe mit der allmählichen Einstellung des alpinen Getreide- und Gemüseanbaus zusammenfällt. Die Alpenkrähe ist zur Nahrungsaufnahme besonders auf kurzrasige oder schüttere Flächen angewiesen, wo sie mit ihrem Schnabel nach Insekten und Käfern sucht, eben Flächen wie brachliegende oder umgestochene Felder.
Verloren ist die Alpenkrähe in Graubünden aber nicht. Ein Präparat einer Engadiner Alpenkrähe aus der Sammlung Gian Saratz (1821-1900) steht im Museum Alpin in Pontresina und präsentiert als stiller Zeitzeuge die kulturellen Veränderungen in unserem Bergkanton.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Jagd und Fischerei Graubünden