Gefährlich und doch schön: Bergsteigen in Graubünden

«Elende!», schrieb der Naturforscher Albrecht von Haller, «rühmet nur den Rauch in grossen Städten, wo Bosheit und Verrat im Schmuck der Tugend gehn.» In Hallers berühmtem Gedicht «Die Alpen» von 1729 liegt das Verderbliche und Schlechte in den Städten, das Gute hingegen findet sich in den Bergen.

Und in Graubünden? Hier beginnt der Alpinismus mit Pfarrern und Naturforschenden. Manche frühen Alpinisten fürchten sich noch vor Begegnungen mit mythischen Drachen oder kämpferischen Adlern. Der berggewandte Pater Placidus à Spescha aus Disentis holt sich hingegen 1789 bei der mutmasslichen Erstbesteigung des Rheinwaldhorns einen veritablen Sonnenbrand – und Schneeblindheit gleich dazu.

Allen sagenhaften und realen Gefahren zum Trotz: Das Bergsteigen etabliert sich in Graubünden, wird bis ins 20. Jahrhundert nahezu ein Volkssport. Was alte Gefahren wie Adler oder neue Annehmlichkeiten wie Gondelbahnen nicht ändern können: Auf dem Gipfel wartet das erhabene Gefühl, weit über den Niederungen des Lebens zu stehen. Was das Bergsteigen sonst noch ausmacht, zeigt sich hier.

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