Eine alpine Naturtrompete – die Tiba

Vorsicht! Wer zu laut losposaunt, dem könnte es die Lunge zerreissen. So soll es einem Hirten im 14. Jahrhundert ergangen sein. Er habe zur Warnung der Seinen vor Kriegsleuten so stark ins Horn geblasen, dass es ihm die Brust gesprengt habe. Noch heute, so erzählt es die Legende, soll das Blut des Hirten – eisenoxidrot – am Flimserstein aufleuchten.

Doch halt! Posaune oder Horn? Bockshorn, Jagdhorn oder Alphorn? Im Alpenraum gab es einige Blasinstrumente. In der mittleren und unteren Surselva sowie dem Hinterrhein entlang bis ins Schams war etwa die Tiba verbreitet. Dieses Instrument ist kürzer als ein Alphorn und zudem gerade.

Eine solche Tiba wird im Museum Regiunal Sursilvan in Ilanz aufbewahrt. Das Instrument fertigte um 1980 ein Vater für seinen Sohn, als dieser auf die Alp ging. Nach zwei Alpsommern liess der Sohn die Tiba auf der Alp zurück – und fand sie später im Museum wieder. Bei Umbauten auf der Alp war das Musikinstrument zum Vorschein gekommen und darauf ins Museum gelangt.

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