Ein Militärzeugnis – oder was vom Leben bleibt
«Nichts in dieser Welt ist sicher, ausser dem Tod und den Steuern.» Das schrieb einst der amerikanische Staatsmann Benjamin Franklin. Das Zitat könnte man im Falle des Johann Wieland noch erweitern – und zwar um amtliche Schriftstücke. Von Johann Wieland, 1812 in Schiers geboren und 1866 im russischen Zarenreich verstorben, kündet etwa noch ein militärisches Zeugnis.
In schöner Kurrentschrift hält in diesem Zeugnis Major Hitzmann von der Militärkommission fest, dass Johann Wieland ab 1831 Milizdienst für Schiers leistete. In einem Zusatz attestiert derselbe Major dem Milizpflichtigen «körperliche Tauglichkeit», «gutes Benehmen» und «Fleiss». Heute undenkbar ist jedoch, dass man damals einen Ersatzmann für den Dienst stellen konnte – und genau das war bei Johann Wieland der Fall.
Über das weitere Leben Johann Wielands geben Briefe Auskunft, die wie das Militärzeugnis im Kulturhaus Rosengarten in Grüsch lagern. Johann Wieland wanderte um 1834 aus, schrieb etwa aus Warschau einen Brief an seine «geliebten Eltern und Geschwister». 1866 verstarb er im heutigen Polen. Bemerkenswert ist, dass die Briefe in Schiers ankamen: «Schiersch» heisst der Bestimmungsort auf einem Umschlag.