Biblische Volksfeste – die Passionsspiele von Lumbrein
Passionsspiele hatten in Graubünden lange Tradition, insbesondere in rätoromanischen, katholisch geprägten Gegenden. Wohl am bekanntesten sind noch die Passionsspiele von Lumbrein und Sumvitg – nicht zuletzt, weil eines dieser Spiele ein Todesopfer gefordert haben soll.
Aber der Reihe nach: In Passionsspielen wird das Leiden Jesu dargestellt – und das mit beträchtlichem Aufwand, aber auch mit grossem Zuspruch. In Lumbrein etwa beteiligte sich im 19. und wohl auch schon im 18. Jahrhundert so gut wie das ganze Dorf an solchen Spielen. Und das Publikum kam von weither, um dem Leiden und Sterben Jesu beizuwohnen. Auch von Sumvitg kamen Leute – und bald darauf gab es auch in Sumvitg ein Passionsspiel. Bei diesem soll allerdings der Jesus-Darsteller am Kreuz so malträtiert worden sein, dass er tatsächlich verstarb …
Ob wahr ist oder nicht: Die Passionsspiele blieben im kollektiven Gedächtnis haften. Mit Freilichtspielen – etwa 2003 in Vella – oder mit Gion Deplazes’ Roman «Passiun» von 1964 wurde die Tradition fortgeführt. Und auf Porta Cultura finden sich gar noch alte Fotografien der Lumbreiner Passionsspiele.