Objekte / Dokumente
Kreuzfuss, romanisch
Beschreibung
Er besteht aus zwei zusammengehörigen, aus Bronze gegossenen Teilen. Der Unterteil ist hügelartig gewölbt und symbolisiert den Garten Eden: Von der Mitte des Hügels fliessen die vier Paradiesströme durch die 4 Löwenköpfe zu den Tatzen. Das Wasser geht vom Scheitel aus, wo das Kreuz Christi (der Legende nach aus dem Holz des Lebensbaumes) steht. Von hier werden die Evangelien gespiesen. Auf den Löwenköpfen sitzen die Evangelisten an ihren Schreibpulten. Der Oberteil zeigt Adam, der seinem Sarg entsteigt. Aussen stehen zwei Engel, die den Verbindungsteil zum fehlenden Kreuz tragen.
Technik / Material
Bronzeguss, vergoldet
Material
Bronze
Masse
21,5 x 17,2 cm (Höhe x Breite)
Inschrift / Unterschrift
Auf dem unteren Rand des Kreuzfusses erkennen Sie eine lateinische Inschrift: NORTPERTUS DEI GRA(TIA) PRAEPOSITUS HOC IMPETRAVIT OPUS AZZO ARTIFEX. Sie nennt den Auftraggeber Nortpertus, der die Herstellung des Kreuzfusses veranlasste und den Künstler Azzo, der ihn schuf. Einige Forscher nehmen an, dass es sich bei Nortpertus um den Heiligen Norbert von Xanten, den Gründer des Prämonstratenserordens und Erzbischof von Magdeburg, handelt. Der Kreuzfuss könnte ein Geschenk von Nortpertus an den Churer Bischof Konrad von Biberegg sein, der von 1123-1144 im Amt war. Unter seiner Herrschaft hatten die Prämonstratenser nämlich in Chur ihre erste Niederlassung gegründet. Der Kreuzfuss dürfte in diesem Fall zwischen 1130 und 1140 geschaffen worden sein.
Medientyp
Kategorie
Standort
Domschatzmuseum Chur
Signatur / Identifikationsnummer
KR.V.1
Nachweis / Literatur
Dosch Luzi: Das Dommuseum in Chur (Schweizerische Kunstführer, Serie 43 Nr. 422), Bern 1988, (S. 18).;Herzog Anton Ulrich-Museum (Hg.): Heinrich der Löwe und seine Zeit (Katalog der Ausstellung Braunschweig, Band 1), München 1995, S. Seite 250, 497-499.; Poeschel Erwin: Die Kunstdenkmäler des Kanton Graubündens VII. (Die Kunstdenkmäler der Schweiz), hg. von GSK, Basel 1948, (S. 155 f.).