Objekte / Dokumente
Tränen der Lukrezia
Titel / Bezeichnung
Tränen der Lukrezia
Datum
2005
Name der Person / Organisation
Haerle, Christoph (Künstler:in); Graubündner Kantonalbank (Auftraggeber:in)
Institution
Beschreibung
Im Jahr 2005 erschuf der Zürcher Bildhauer und Architekt Christoph Haerle diesen Brunnen. Er soll ein mit Tränen gefülltes Auge darstellen. Damit erinnert er an ein tragisches Geschehen im damaligen Gasthaus "Zum staubigen Hüetli". An der Fasnacht am 24. Januar 1639 wurde der umstrittene Oberst, den man Jörg, Jürg, Georg oder sogar Gieri Jenatsch nannte, an dieser Stelle in der heutigen Churer Poststrasse ermordet. Jürg Jenatsch galt in den Augen vieler Anhänger als der Retter Graubündens im Dreissigjährigen Krieg. Schon wenige Stunden nach der Ermordung wurde das Opfer in den gleichen Kleidern, die er in der Mordnacht getragen hatte, in der Kathedrale beerdigt. Was bei dem Gelage in jener Fasnachtsnacht genau geschah, ist noch heute nicht restlos geklärt. Die Eruierung der Täterschaft und vorab ihrer Hintermänner dürfte wohl nicht im Interesse der damaligen Mächtigen gelegen sein. Während sich die Geschichtsschreibung des 17. bis 19. Jahrhunderts überwiegend kritisch mit Jenatsch auseinandersetzte, erhob ihn Conrad Ferdinand Meyer mit seinem Roman "Jürg Jenatsch" zu einer heroischen Figur des Bündner Freiheits- und Unabhängigkeitsstrebens.
Der Meyerischen Romanfigur der Lukrezia, die dem getöteten Jürg Jenatsch als dessen Geliebte nachtrauerte, ist der blaue Brunnen "die Tränen der Lukrezia" an der Poststrasse gewidmet. Lukrezia aber hiess in Tat und Wahrheit Elisabeth von Planta und war die Tochter des Pompejus von Planta, eines Widersachers von Jürg Jenatsch.
Technik
Brunnenskulptur aus Beton
Material
Beton
Schlagworte
Medientyp
Kategorie
Art
Signatur / Identifikationsnummer
SCH_12
Quelle
Stadt Chur, Kulturfachstelle: https://www.chur-kultur.ch/de/chur-entdecken/kunst-oeffentlichen-raum
Rechteinhaber/-in
Christoph Haerle