Titel / Bezeichnung
Der nobilis vir Bartholomaeus de Candia, Vicarius Plebis Clavennae, bereinigt an der Spitze eines besondern Schiedsgerichtes die Streitigkeiten zwischen der Gemeinde Chiavenna und Augustin von Salis (Sohn des Ser Rudolf) in Betreff gewisser Steuern und Auflagen, die zu entrichten Augustin v. Salis sich geweigert hatte.
vgl. v. Moor's Cod. dipl. IV. 66.
Mit aufgenommen ist eine die Weigerung Augustin v. Salis betreffende Beschwerdeschrift der Gemeinde Chiavenna an Galleazzo Visconti v. Mailand und dessen Antwort d.d. Pavia, 3. Aug. 1379. In Chiavenna und in dessen Gebiet seien viele Grundstücke, Häuser und andere Besitzungen, welche von Andreota und dessen Bruder (Augustin) de Salicibus de Solio angekauft worden seien; dieselben brächten einen grossen Teil des Jahres daselbst zu; wenn die Reichen exempt seien, könnten die Armen nicht erhalten und die fürstlichen Gefälle nicht eingezogen werden.
Galleazzo Visconti antwortet: Die Gebrüder von Salis sollen die Steuern und Auflagen bezahlen trotz des Bürgerrechtes von Como, das er ihnen (spätestens zu anfang 1379) geschenkt hatte. (Später 1393, 24. Febr. erteilte er aber Augustin v. Salis Steuer- und Zoll-Privilegien, die von den Herzögen v. Mailand aus den Häusern Visconti und Sforza mehrmals bestätigt wurden.)
Die Schiedsleute für Augustin v. Salis waren: die discreti et sapientes Viri: Dom. Colle de Pergamasco und Franciscus gen. Zechi de Pipirello (Peverelli); für Chiavenna: Zanonus de Tasselino und Antonius de Misocho.
Als Beiräte werden ferner genannt: Dom. Andreas und Ser Jacobus de Piperello, Ser Parinus de Ponte, Ser Zanus de Tasselino, Antonius Pestalozza, Ser Cotta de Pergamascho, Johannolus de Nasale, Ser Franciscus de la Pongia, Johannes de Castello u. a. m.
Notare: Bartholomeus de Surdis von Piacenza und Andreolus Luppus (Luppi) von Chiavenna.