Bauwerke
Reformierte Kirche, Bergün/Bravuogn
Titel / Bezeichnung
Reformierte Kirche, Bergün/Bravuogn
Alternativer Titel
Chiesa riformata di Bergün/Bravuogn; The Reformed Church of Bergün/Bravuogn; St. Peter und St. Florinus
Datum
1188
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die reformierte Kirche wurde 1188 errichtet und erhielt um 1500 einen neuen Chor, eine neue Schiffsdecke und einen neuen Turmhelm. Nach einer ersten Renovation 1891 wurde sie 1930 durch das Bündner Architekturbüro Schäfer & Risch renoviert. Die Restaurierung des Chors fand 1978, die des Turms 1988-90 statt.
An der Südseite des Schiffs steht ein romanischer Turm mit einfachen und gekuppelten Rundbogenfenstern, mit einem achteckigen spätgotischen Spitzhelm über Wimpergen. An der Westwand ist ein verblasstes Christophorusbild des 15. Jahrhundert zu sehen das 1980 gesichert wurde. Über dem rundbogigen Westportal befindet sich ein zweiläufiger Emporenaufgang.
Im romanischen Schiff hat sich eine der beachtlichsten Holzleistendecken der Bündner Spätgotik mit ausserordentlich reich geschnitzter und schablonierter Ornamentierung erhalten. Auf den Holzschilden sind das Monogramm Christi und ein bischöfliches Wappen zu sehen. Der spätgotische Polygonalchor hat ein Rippengewölbe, die Masswerke der Spitzbogenfenster wurden 1978 rekonstruiert. Die zwei Glasscheiben mit den Heiligen Florinus und Peter sind Kopien, die Originale aus der Mitte des 14. Jahrhunderts sind heute im Rätischen Museum in Chur.
Darüber hinaus beherbergt die Kirche einen bedeutenden Freskenzyklus eines oberitalienischem oder Südtiroler Meisters um 1500. Es handelt sich um ein für den nördlichen Teil Graubündes seltenes Beispiel einer stilistisch der italienischen Frührenaissance verpflichteten Wandmalerei. Sie wurde 1930 stark erneuert. An der Chorbogenwand ist eine Verkündigung zu sehen, an den Schiffswänden sind ein Passionszyklus und die Apostel dargestellt, über den Fenstern das apokalyptische Lamm und Monogramm Christi. Die Bildfelder der Ost- und Südwand werden durch Borten aus Akanthusmotiven zwischen Rosettenmedaillons gerahmt, als oberer Abschluss von West- und Nordwand dient eine friesartige Borte aus Laub- und Fruchtgirlanden zwischen zwölf Medaillons mit Prophetenköpfen.
Die polygonale Kanzel ist auf 1735 datiert und besitzt einen Schalldeckel mit Intarsien. Die Emporenbrüstung stammt von 1744, die übrige Ausstattung von 1930, mit Ausnahme der Orgel von 1979. An der westlichen Aussenwand befindet sich eine Grabtafel für Peter Jecklin von Hohenems, gestorben 1619.
Schlagworte
Art
Parzellennummer
1110
Gebäudeversicherungsnummer
132
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 153.