Bauwerke
Heiligkreuzkapelle, Müstair
Titel / Bezeichnung
Heiligkreuzkapelle, Müstair
Alternativer Titel
Cappella di S. Croce; Holy Cross Chapel
Datum
8. Jh.
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die doppelgeschossige Heiligkreuzkapelle liegt südlich der Klosterkirche, vor der Südostecke des Klosterrechtecks. Es handelt sich um die einzige noch erhaltene karolingische Kreuzkonchenanlage in der Schweiz. Erbaut wurde sie zeitgleich mit der Klosterkirche Ende des 8. Jahrhunderts (Dendrodaten 785 und 788). Nach Bränden musste sie in den Jahren 1021 und 1520 wiederhergestellt werden, renoviert wurde sie 1931 und seit 2007 werden archäologische Untersuchungen durchgeführt.
Die Kapelle ist ein malerischer Bau mit hufeisenförmigen Konchen über einem kleeblattförmigen Grundriss. Die Aussengliederung erfolgt durch rundbogige Blenden ähnlich jenen an der Klosterkirche, hier aber tiefer und schmaler. Ein gemauertes Glockenjoch befindet sich über der Westfront. Die Portale sind nachmittelalterlich, eine abgetragene Freitreppe an der Nordseite führte zur ehemaligen Empore. Die spätgotische Felderdecke datiert ins Jahr 1520 und ist mit reizvollen Flachschnitzereien aus Akanthus, geometrischen Formen und Narrenkopf mit Schellenkappe gestaltet. Reste ottonischer Wandmalereien sind erhalten, befinden sich aber in kritischem Zustand. Im Untergeschoss lag wohl die Gruftkapelle mit Wandmalerei des 18. Jahrhunderts, diese zeigen ein Totenschiff und einen Totentanz.
Schlagworte
Parzellennummer
341
Gebäudeversicherungsnummer
18-K
Nachweis / Literatur
Stiftung Pro Kloster St. Johann Müstair. (2023) https://www.muestair.ch/, Stand: 19.09.2023.
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 306.