Bauwerke
Kapelle St. Wendelin, Cazis
Titel / Bezeichnung
Kapelle St. Wendelin, Cazis
Datum
1493
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Kapelle St. Wendelin steht am Dorfplatz. Erstmals erwähnt wird sie 1493, in den Jahren 1998-2000 folgte eine Restauration. Die romanische Kapelle ist einer Häusergruppe angegliedert. Es handelt sich um eine einfache Saalkirche mit halbrunder Apsis, die am Äusseren durch Lisenen, Blendarkaden und ein Rollband gegliedert ist. Die Schiffswände gehören zu einer Vorgängerkirche, deren Ostwand beim Bau der heutigen Apsis im 12. Jahrhundert niedergelegt wurde. Gedeckt wird die Kapelle durch ein barockes Pultdach mit gemauertem Glockenjoch, der Ansatz des ehemaligen Satteldachs ist an der unverputzten Westfront noch ersichtlich.
In der gewölbten Apsis befindet sich ein romanisches Fensterchen, das am St. Wendelinstag (20. Oktober) die Strahlen der aufgehenden Sonne auf den Altar fallen lässt. Über einer älteren Malschicht sind fragmentarisch erhaltene Wandmalereien des sogenannten «weichen Stils» um 1400 wohl vom Meister von Mistail erhalten, sie wurden 1998-99 freigelegt und restauriert. Sie zeigen eine Verkündigung, ein Jüngstes Gericht und einen Apostelfries. Das Bildwerk der Muttergottes entstand um 1430/40 und das der heiligen Anna selbdritt um 1500, das Kruzifix ist aus dem 18. Jahrhundert. Wohl von 1637 stammt das Tafelbild von Johann Rudolf Sturn. Die Statue des heiligen Wendelin ist aus dem 20. Jahrhundert, die Toggenburger Hausorgel von 1773.
Schlagworte
Parzellennummer
17
Gebäudeversicherungsnummer
17
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 114/115.