Bauwerke
Kapelle S. Nicolao, Cabbiolo
Titel / Bezeichnung
Kapelle S. Nicolao, Cabbiolo
Alternativer Titel
Oratorio di S. Nicolao
Datum
1611
Institution
Beschreibung
Die Kapelle ist eine Filiale von Lostallo. Sie bildet zusammen mit dem ehemaligen Hospiz ein reizvolles barockes Ensemble und wurde 1611 geweiht. Der schlichte Längsbau mit Rechteckchor hat an der Nordseite des Schiffs einen Turm mit Pyramidenhelm. Die Wandmalerei um das Jahr 1611 zeigt an der Südseite eine Madonna zwischen den Heiligen Nikolaus und Maria Magdalena, an der Fassade einen Christophorus und eine giebelförmige Borte, welche auf ein ehemaliges Vorzeichen hinweist. Die illusionistische Portalrahmung stammt von Anfang des 18. Jahrhundert, beide Malschichten wurden stark restauriert. Das Schiff hat eine Holzdecke von 1931, die Ausmalung stammt aus dem 19. Jahrhundert. Der Chor hat ein Kreuzgewölbe mit Barockstuckaturen und Malereien von 1676, Letztere stammen von Nicolao Giuliani. Sie zeigen in den Bogenfeldern der Schildwände Christus mit Maria Magdalena und Mariä Verkündigung, in den Gewölbekartuschen Evangelisten und den heiligen Nikolaus. In der Chorbogenleibung haben sich gemalte Szenen zum Thema der Skapulierverehrung und am Gebälkfries Architekturlandschaften erhalten. Drei Stuckaltäre datieren um 1656-76, am Choraltar befindet sich ein Gemälde einer Kreuzabnahme von Johann Hermann Wiwernitz nach Rubens und im rechten Seitenalter ein Kreuzigungsbild von 1645 von Johann Rudolf Sturn. Links befindet sich eine stuckierte Madonnenfigur aus dem 17. Jahrhundert. An der südlichen Schiffswand liegt eine Nische mit einer volkstümlichen Holzstatue des heiligen Fidelis aus dem 17. Jahrhundert. Der Taufstein mit polygonalem Holzaufsatz ist von 1648, die rechteckige Kanzel auf dem Beichtstuhl von 1733. Die Kirche wurde 1931 renoviert und aussen 1962/63 und innen 1977 restauriert.
Schlagworte
Adresse
Cabbiolo
Parzellennummer
1047
Gebäudeversicherungsnummer
114
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 317.