Bauwerke
Altes Frauenkloster, Poschiavo
Titel / Bezeichnung
Altes Frauenkloster, Poschiavo
Alternativer Titel
Vecchio Monastero
Datum
1629
Institution
Beschreibung
Das alte Frauenkloster mit der Klosterkapelle S. Maria Presentata, östlich der Stiftskirche, wird heute als Zentrum für Spiritualität, Ökumene und Kultur genutzt. Die Gründung des Ursulininnenklosters fand im Jahr 1629 statt, die Annahme der Augustinerregel erfolgte zwischen 1686 und 1694. Im Jahr 1972 erfolgte schliesslich der Umzug in den Neubau südlich der Kirche Santa Maria Assunta. Das um einen quadratischen Kreuzgang gruppierte Bautenkonglomerat des alten Klosters wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert unter Einbezug von spätmittelalterlichen Vorgängerbauten errichtet. Das alte Kloster wurde 1997-2000 renoviert und umgebaut.
Über dem Klostergebäude erhebt sich ein Türmchen aus dem Jahr 1684 mit einer später aufgesetzten zierlichen Zwiebelhaube. Im unteren Vorplatz steht ein Lavabo von 1682 mit drei Becken in Muschelform, im Südtrakt sind noch original erhaltene Klosterzellen vorhanden. Die mit Ausnahme der einfachen Strassenfront von den ehemaligen Konventstrakten umschlossene Kapelle wurde 1654-56 unter Einbezug eines spätmittelalterlichen Wohnturms erbaut. Das kreuzgratgewölbte Schiff verjüngt sich gegen den gerade geschlossenen Chor, im Chorjoch befindet sich Akanthusstuck. Die vergitterte Öffnung zum Nonnenchor wurde bei der jüngsten Restaurierung nach unten vergrössert, damals wurde auch die alte Altarmensa entfernt.
Die Kapelle besitzt eine bemerkenswerte Kanzel aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert mit einer reichen à jour-Schnitzerei und Statuetten. Das Altarbild mit Mariä Tempelgang aus dem Jahr 1684 stammt von Giovanni Maria Piazzo. Im Chor hängen zwei Gemälde in Stuckrahmen der Immakulata und eines jugendlichen Christus wohl von Ende des 17. Jahrhundert.
Schlagworte
Parzellennummer
324
Gebäudeversicherungsnummer
45
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 355/356.