Bauwerke
Katholische Kirche St. Michael, Savognin
Titel / Bezeichnung
Katholische Kirche St. Michael, Savognin
Datum
1658 bis 1663
Epoche
Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Die katholische Kirche steht in Son Mitgel. Die heutige Kirche ist ein Neubau von 1658-63 an der Stelle eines wohl frühmittelalterlichen Vorgängerbaus, einer anlässlich der Restaurierung 1963-65 nachgewiesenen Saalkirche mit Apsis, die einen qualitätvollen Margarethenzyklus aus der Zeit um 1400 barg. Dieser befindet sich heute im Rätischen Museum in Chur. Die katholische Kirche ist ein barocker Zentralbau mit oktogonalem Schiff, rechteckigen Seitenkapellen und einem dreiseitig geschlossenen Chor, der aussen durch Lisenen und Traufbänder gegliedert wird. Der Turm in der Nordostecke zwischen Chor und Schiff ist im Unterbau wohl romanisch, die gekuppelten Schallfenster sind vermauert. Das Glockengeschoss und der Spitzhelm sind barock, die Vorhalle ist von 1800.
Das Schiff hat ein Kuppelgewölbe mit Stichkappen, Gurten und einer Laterne sowie gemalte Blindfenster in den Gewölbeschilden. Die tonnengewölbten Seitenkapellen haben grosse Thermenfenster, im Chor befindet sich ein Tonnengewölbe mit Stichkappen. Die Sängerempore über dem Eingang ist neu, die bunten Wand- und Deckenmalereien sind dagegen aus der Bauzeit. Im Schiffsgewölbe sind die Evangelisten und Kirchenväter, im Chor das Jüngstes Gericht, links der Zug durchs Rote Meer, rechts die Befreiung Petri und in den Kapellen die Verherrlichung der Heiligen Franziskus und Katharina zu sehen.
Der Choraltar datiert ins Jahr 1693, in einem architektonischen Rahmen mit Karyatiden und gebrochenem Giebel befindet sich ein grosses Gemälde des heiligen Michael als Sieger über den Teufel. In den Seitenkapellen befinden sich Stuckaltäre aus dem Jahr 1694, das Rosenkranzbild des westlichen Altars ist signiert von Carolus Joseph, einem Kapuzinermaler aus Novara. Das Bild des östlichen Altars aus dem Jahr 1789 wurde von Johann Mathias Jehly geschaffen. In der Wandzone rechts vom Chorbogen befindet sich eine polygonale Nische mit einem Taufstein aus rotem Marmor, gegenüber steht die rechteckige Kanzel mit Freisäulen um 1693. Über der Zugstange des Chorbogens ist ein frühgotisches Kruzifix um 1350 zu sehen. Die Stuhlwangen der Männerseite entstanden um 1700. Die Kirche besitzt einen vorzüglichen venezianischen Glasleuchter aus dem 18. Jahrhundert.
Schlagworte
Art
Parzellennummer
3005
Gebäudeversicherungsnummer
2-82