Bauwerke
Mili Weber-Haus, St. Moritz
Titel / Bezeichnung
Mili Weber-Haus, St. Moritz
Datum
1917
Epoche
Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Das Mili Weber-Haus wurde 1917 nach Plänen von Emil Weber (1883-1949), Bauzeichner beim bekannten Architekten Nicolaus Hartmann junior in St. Moritz, erbaut und diente der Familie von Mili Weber (1891-1978) und ihr selbst mehr als 60 Jahre bis zu ihrem Tod als Wohn- und Arbeitsort. Noch zu Lebzeiten gründete sie eine Stiftung mit dem Zweck, das Haus "mit seiner gesamten Ausstattung zu erhalten". Gemäss ihrem ausdrücklichen Wunsch sollte "die Liegenschaft ferner über den Tod hinaus Zeugnis nicht nur ihrer Werkes, sondern auch ihrer Lebensweise ablegen." (Auszug aus der Stiftungsurkunde von 1974). Das seit dem Tod von Mili Weber für die Öffentlichkeit zugängliche Gebäude besticht durch die von ihr selbst - einem Gesamtkunstwerk gleich - gestalteten und verzierten Innenräume, in denen eine Vielzahl ihrer Werke sowie Dokumentationsmaterial und Memorabilia zu ihrem Leben ausgestellt werden.
Das Haus ist ein wenige Meter nördlich der Via Dimlej auf einer abfallenden Parzelle gelegener und von hohen Nadelbäumen umgebener Wohnbau mit zwei Vollgeschossen, Zwischengeschossen sowie einem Keller und einem nicht ausgebauten Dachgeschoss. Das in Mischbauweise errichtete Gebäude - Sockel und Teile des Erdgeschosses sind in verputztem Bruchsteinmauerwerk, der Rest ist in Rundholzstrick gefügt - wird von einem weit auskragenden Satteldach mit Steinplatten gedeckt. Auf der Westseite befindet sich ein Anbau unter einem Schleppdach, ostseitig vor der Küche liegt eine Gartenlaube mit einem Sitzplatz unter einem Pultdach.
Im Erdgeschoss liegen im Westen das "Schlosszimmer" (ehem. Wohnzimmer) mit bemalter "Vierjahreszeiten-Decke" und grossem Puppenhaus sowie angrenzend das sogenannte Studiolo und im Osten Küche, Spensa und Eingangszimmer. Ein halbes Geschoss höher liegen südseitig im Westen das Atelier und im Osten das dem Leben und Arbeiten von Mili Webers Bruder Emil gewidmete "Emil-Zimmer". Im Obergeschoss nordwestlich das "Bärenzimmer" mit bemalter Rundbalken-Decke sowie nordöstlich das "Orgelzimmer" mit der bemalten Hausorgel (Metzler-Orgel, ca. 1929/30, über 350 Pfeifen, 96 Variationen der Register). Ein halbes Geschoss über dem Obergeschoss sind im Süden das dem Leben und Arbeiten von Mili Webers Halbschwester Anna Haller gewidmete "Anna-Zimmer" (Büro) sowie das "Blaue Zimmer" angeordnet.
Innenräume und Möbel sind von Mili Weber mit Blumen-, Kinder- und Fabelmotiven bemalt worden. Die Beschläge und Fenstergitter schuf der Vater Adolf Weber (1856-1940).
Schlagworte
Art
Adresse
Via Dimlej 35
Parzellennummer
563
Gebäudeversicherungsnummer
319
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 244.
Externe Links
Mili Weber Museum. (2023) https://www.miliweber.ch/, Stand 19.09.2023.