Bauwerke
Perrondächer, Filisur
Titel / Bezeichnung
Perrondächer, Filisur
Datum
2004
Epoche
Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Die Albulabahn fährt seit 1903 von Thusis nach St. Moritz. Ihre Linienführung, Tief- und Hochbauten sind ein Gesamtwerk. In Filisur zweigt die Strecke Richtung Davos ab. Um betriebliche Anforderungen zu erfüllen und um das Umsteigen sicher zu gestalten, hat die Rhätische Bahn (RhB) den Bahnhof mit einem Mittelperron und einer Unterführung ausgebaut. Der Ingenieur Walter Bieler hat das neue Perrondach vollständig in Holz konstruiert. Zwei Meter lange Leimholzplatten tragen einen hohlen Kastenträger, darüber sind die weit ausladenden, dünnen Dachflächen ebenfalls mit zehn Zentimeter starken Leimholzplatten konstruiert. Weitgehend unsichtbar bleiben die biegesteifen Holzverbindungen und die Art, wie die Platten mit Stahlträgern innerhalb des Holzkastens verbunden sind. Nicht die Konstruktion tritt auf, sondern die drei Bauteile Wandscheibe, Kastenträger und Dachplatte. Deutliche Schattenfugen verstärken den Eindruck von zusammengesetzten Holzelementen. Die Seitenwände verleihen dem Bauwerk körperhafte Gestalt, ohne die Transparenz zu verhindern. Sie bilden eine offene Wartehalle und gliedern rhythmisch die 86 Meter lange Fassade. Das hölzerne Perrondach fügt sich in das Ensemble der Holzbauten des Bahnhofs ein. Die RhB hat das Stationsgebäude in seine ursprüngliche Form zurückgebaut, und die historische Depotanlage mit Drehscheibe, Remise, Wärterbude, Schuppen und Wasserkran blieb sorgsam erhalten.
Schlagworte
Medientyp
Art
Adresse
Bahnhof
Parzellennummer
2188
Nachweis / Literatur
Bauen in Graubünden. Verlag Hochparterre und Bündner Heimatschutz. Zürich, 2006.