Bauwerke
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Vals Platz
Titel / Bezeichnung
Katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul, Vals Platz
Datum
1640 bis 1643
Institution
Beschreibung
Die katholische Pfarrkirche wurde Ende des 15. Jahrhunderts erbaut. Der Neubau aus den Jahren 1640-43 wurde im rechten Winkel zur alten Kirche errichtet, der gewölbte gotische Chor wurde als östliche Seitenkapelle wiederverwendet, wobei die Rippen abgeschlagen wurden. 1688 folgte der Anbau der westlichen Antoniuskapelle und 1896 die Verlängerung um ein Joch nach Norden. Restaurierungen fanden in den Jahren 1964, 1984 (aussen) und (1992) innen statt. Es handelt sich um einen stattlichen, nach Süden gerichteten Barockbau mit einem dreiseitig geschlossenen Chor. Der mittelalterliche Turm steht zwischen dem Schiff und dem alten Chor und hat eine barocke, zweigeschossige Glockenstube, ein Uhrgeschoss und ein Zeltdach aus dem Jahr 1923. Die Vorhalle wurde 1964 ergänzt. Schiff und Chor haben ein Kreuzgratgewölbe auf Pilastern mit Gebälkstücken. Die Gewölbemalereien von 1923 von Joseph Heimgartner wurden 1964 eingestimmt.
Die Kirche besitzt einen festlichen Choraltar um 1738-40 von Antoni Sigristen, das Bild mit der Petri Berufung ist von Jakob Soliva. Der tempelförmige Tabernakel mit Abendmahlsfiguren entstand Anfang des 18. Jahrhunderts. Die Spätrenaissance-Seitenaltäre sind um 1647gefertigt worden. Der rechte zeigt das Bild der Heiligen Anna selbdritt von Georg Wilhelm Graesner. Die Kanzel und das Chorgestühl sind von um 1643. In der Ostkapelle steht ein Nepomukaltar von um 1710 mit vorzüglichen Rokokobildwerken von Sigristen M. aus dem 18. Jahrhundert. Der spätgotische Flügelaltar stammt von Anfang des 16. Jahrhunderts aus der Werkstatt Ivo Strigel und wurde 1964 wieder zusammengesetzt: Im neuen Gehäuse steht Maria zwischen den Heiligen Petrus und Sebastian sowie Johannes dem Täufer und Paulus, auf den Flügeln des Altars sind Relieffiguren der Heiligen Antonius Eremit, Jakobus der Ältere, Mauritius und Luzius zu sehen und auf der Rückseite ist eine Epiphaniedarstellung gemalt.
An den Längswänden der Kapelle sind spätgotische Bildwerke der Pietà und Anna selbdritt von Anfang des 16. Jahrhundert zu finden. Über dem Turmeingang ist ein bemaltes Flügelaltärchen von 1626 in der Art des Hans Jakob Greutter vorhanden. Über dem Eingangsbogen zur Kapelle befindet sich ein bemerkenswerter hochgotischer Kruzifix aus dem dritten Viertel des 14. Jahrhundert. Die um 1711 gut stuckierte Antoniuskapelle trägt eine Pendentifkuppel, in den Kartuschen der Gewölbezwickel sind die Evangelisten gemalt, auf den eingelassenen Wandbildern von Anfang des 18. Jahrhunderts ist die Fischpredigt des Heiligen Antonius und die Anbetung der Hirten zu sehen. Im Stuckretabel befindet sich ein Altarblatt von 1923 von Joseph Heimgartner. Der grob gehauene gotische Taufstein des 14. Jahrhunderts hat einen baldachinförmigen Aufsatz von um 1650. Aus dem Jahr 1764 haben sich zudem Kreuzwegstationen und eine Emporenbrüstung mit Heiligenporträts erhalten. Die Orgel ist von 1965. Auf dem Friedhof ist ein Bildstock mit Kruzifix von um 1700 zu finden.
Schlagworte
Art
Adresse
Vals Platz
Parzellennummer
394
Gebäudeversicherungsnummer
130
Nachweis / Literatur
Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte (Hrsg.): Kunstführer durch Graubünden, Bern 2008, S. 201.