Bauwerke
Bündner Naturmuseum, Chur
Beschreibung
Die 1976 vom Grossen Rat genehmigte neue kantonale Museumskonzeption und der Nachlass des Geologen Dr. Moritz Blumenthal waren Anlass für den Bau eines neuen Naturmuseums, in dem Ausstellungsräume, ein Vortragssaal, Sammlungsdepots, Bibliothek, Werkstätten und Büros Platz finden sollten. Der aus der Bergeller Künstlerfamilie Giacometti stammende Architekt Bruno Giacometti (1907–2012) löste diese Bauaufgabe mit einem unprätentiösen, funktionalen Gebäude. Auf die Bedeutung der Lage und Funktion als öffentliches Gebäude reagierte der Architekt mit einem grossen Haus, dessen Fassadenverkleidung (toskanischer Travertin) dem Äusseren repräsentative Eleganz verleiht und mit ihrem warmen Farbton die Strenge des Baukörpers mildert. Im Inneren wird durch die Gestaltung des 1. Geschosses als Galerie der freie Blick auf das Erdgeschoss ermöglicht und durch verglaste Oberlichter Tageslicht in die Ausstellungsräume geholt, was eine – für damalige Verhältnisse – neue, frische Sicht auf das Sammlungsgut erlaubte. Das weitgehend original erhaltene Bündner Naturmuseum gehört zu den bedeutenden Beispielen von Museumsarchitektur der 1980er-Jahre in der Schweiz. Zusammen mit dem 1941/42 erbauten Wohnhaus Stampa-Lyss, Höhenweg 5, gehört es zu den beiden einzigen Werken von Bruno Giacometti in Chur.
Schlagworte
Trachsler-Klassifikation
Art
Adresse
Masanserstrasse 31
Parzellennummer
40
Gebäudeversicherungsnummer
4-76
Nachweis / Literatur
Stadtinventar Chur, 2020