Bauwerke
Chasa Parli, Sta. Maria Val Müstair
Titel / Bezeichnung
Chasa Parli, Sta. Maria Val Müstair
Datum
1619
Institution
Beschreibung
Die Chasa Parli wurde 1619 erbaut. Der langgestreckte dreigeschossige Baukörper aus verputztem Natursteinmauerwerk wird durch ein flachgeneigtes Satteldach mit strassenseitigem Viertelwalm gedeckt. Die Dachdeckung, heute aus Blech, bestand früher aus ortsüblicher Schindeldeckung. Die Kastendoppelfenster mit gekitteter Sprossierung entstammen nicht der Bauzeit, sondern grösstenteils dem 19. Jahrhundert. Einen auffallenden Fassadenschmuck bilden die Eckquader aus gegenständigen S-Formen und die Umrahmung des Haupteingangsportals, die beide in Sgraffitotechnik ausgeführt wurden. Die symmetrische Grundrissstruktur mit einem Mittelgang und seitlich angeordneten Räumen auf allen Geschossen verweist auf einen Mischtypus von Vinschgauer- und Engadinerhaus und weist Parallelen zum in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden Haus Capol auf. Vom mittig angeordneten Eingangsportal führt ein grosszügiger Gang zum Ökonomieteil. Eine markante Änderung erfuhr die Eingangshalle in den 1960er Jahren mit der Entfernung der Gewölbedecke. Auf- und Abgänge als Erschliessung zu Keller- und Obergeschossen sind jeweils parallel zum Mittelgang angeordnet und verfügen über einen kleinen Vorraum, der gleichzeitig als Treppenpodest und Durchgang zu den angrenzenden Räumen dient. Im Obergeschoss ist im Mittelgang das Tonnengewölbe mit fünf Stichkappen noch vorhanden. Sämtliche Stuben sind getäfert, wobei ein gekachelter Ofen von 1766 mit weiss-blauen Fayencen die Hauptstube schmückt. Im Keller erschliesst ein Gang mit separatem Zugang von der nordöstlichen Längsseite die beiden Stallräume unter dem Ökonomieteil und in Richtung Süden drei Kellerräume unter dem Wohnteil. Mauervorsprünge, angesetztes Mauerwerk sowohl bei horizontalen als auch vertikalen Bauteilen, sowie eine separate Treppe vom Erdgeschoss als Zugang zu einem Kellerraum, lassen auf einen Vorgängerbau schliessen.
Heute bietet die Chasa Parli mit sechs Ateliers und einer kleinen Wohnung einen Rückzugsort für Kulturschaffende. Zusammen mit dem Hotel Schweizerhof bildet das Haus mit der anschliessenden Stallscheune, die 1765 erbaut wurde, die Dorfrandbebauung und fungiert damit als prägnante Eingangssituation in Sta. Maria.
Medientyp
Art
Parzellennummer
1053
Gebäudeversicherungsnummer
3-12
Externe Links
https://www.chasa-parli.ch/