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AB IV 01/074.23-02 - Verhandlungen der Häupter der Drei Bünde vom 9.–16. August 1713 (14.08.1713 - 16.08.1713)
Titel / Bezeichnung
Verhandlungen der Häupter der Drei Bünde vom 9.–16. August 1713
Datum
14.08.1713 - 16.08.1713
Bemerkung zur Datierung
Kalender: z. T. alter Stil an neuen Stil angepasst
Verzeichnungsstufe
Einzelstück
Institution
Sprachen
Deutsch , Italienisch
Form und Inhalt
3.8. [bzw. 14.8.]
- Forts. von 074.11-03: Anträge der Deputierten der Fratisten und Pretisten im Misox wegen Ausweisung der Kapuziner in Sta. Domenica. Es wird beschlossen, dass die Pretisten bei der Ausweisung helfen sollen (910ff.) [fortgesetzt in 075.08-01]
- Im Erbstreit zwischen Simon Paravicini von Ardenno und seinem Bruder Francesco Paravicini wird beiden Parteien erlaubt, ihre Sache dem Bundstag vorzutragen (914ff.) [fortgesetzt in 075.08-01]
- Aufnahme der Mehren zur Rückberufung des Gesandten Peter von Salis und Geldlieferung für die Heimreise: 8 Stimmen wollen ihn nach Hause berufen und für die Reise Geld schicken, 37 Stimmen melden nichts oder sind ausgeblieben, 18 Stimmen protestieren dagegen. Man überlässt die Beratungen dem Bundstag. Der Obere Bund hat diese Angelegenheit nicht an seine Gemeinden mitgeteilt (916f.), wie aus den Mehren aus dem Oberen Bund zu ersehen ist (917ff.)
- Verschiedene Gerichtsgemeinden meldeten in ihren Mehren, die Danksagung an den König von Savoyen für den Einschluss in den Friedensvertrag und das Gratulationsschreiben an die Generalstaaten dem Bundstag übertragen zu wollen, weshalb man diese beiden Geschäfte bis dahin aufschiebt (922)
- Dokumentation der gerichtsgemeindlichen Mehren aus dem Gotteshausbund (923–945), dem Oberen Bund (956–970) und dem Zehngerichtebund (971–981)
5./16.8.
- Zwar habe man vorgestern mit der Verlesung der Mehren begonnen. Wegen einbrechender Nacht und gestrigem katholischen Feiertag sei man damit aber nicht fertig geworden (981f.)
- Eingang zweier Schreiben vom Bischof von Como, der die Aufhebung des Banns gegen Alt Commissari Melchior von Mont mitteilt. (982ff.) Antwortschreiben an denselben: Man hoffe, die Aufhebung des Banns gelte für alle Kurialen (990ff.)
- Mehrenklassifikationen:
[1] Zur Exkommunikation von Melchior von Mont: 42 Stimmen melden nichts oder wollen die Angelegenheit vertagen. Man verschiebt also die Beratungen hierüber auf den Bundstag (992f.)
[2] Über die vom Zehngerichtebund geforderte Gesandtschaft nach Wien: 16 Stimmen heissen die Gesandtschaft gut, 29 Stimmen melden nichts, 16 Stimmen wollen diese Angelegenheit vertagen, 2 Stimmen auf Kosten des Zehngerichtebunds erlauben. Auch dieses Geschäft wird also auf den Bundstag verschoben (994f.)
[3] Zum Streit der Familienzweige von Salis wegen des Fideikommisses: 39 Stimmen schweigen oder sind ausgeblieben, 6 bestätigen die bundstäglichen Ordinationen, 13 wolllen die Grafen von Salis-Zizers wegen verordneter Richter anhören, 5 die Verhörung beider Parteien auf den Bundstag verschieben. Diese Angelegenheit wird also ebenfalls an den Bundstag delegiert (995f.)
[4] Zu den sanitären Massnahmen bzw. Provisionen: 21 Stimmen bestätigen die Provisionen, 9 wollen gegenüber Deutschland die Quarantäne einhalten, 12 überlassen die Entscheidung den Häuptern, 18 schweigen, 2 wollen das Geschäft auf den Bundstag verschieben, 1 Stimme möchte sich wie gegenüber der Eidgenossenschaft verhalten. Auch dieses Geschäft verschiebt man, da die Mehren keinen eindeutigen Schluss zulassen. Das publizierte Edikt vom 8./19. April soll indes eingehalten werden (996ff.)
- General NN Buol hat einen ausführlichen Bericht des Sanitätsrat von Mailand übermittelt, in dem dieser sich erklärt, warum er die "communication" mit den Drei Bünden unterbunden habe, und die Passöffnung in Aussicht stellt. Man will Buol für seine Bemühungen danken und ihn gleichzeitig beauftragen, beim Sanitätsrat um die Konsequenzen von allfälligen bundstäglichen Anordnungen nachzufragen. Ein ähnliches Schreiben wird an den Generalproveditor von Brescia geschickt (999f.)
- Forts.: Melchior von Mont will die Aufhebung der Acht nicht annehmen, da diese Aufhebung nicht für alle Kurialen gelte. Man will darüber am Bundstag diskutieren (1000f.) [fortgesetzt in 074.24]
- Gemäss Antrag aus Maienfeld sollen die in holländischen Diensten stehenden Truppen auf der freien Reichsstrasse passieren (1001f.)
- Den kaiserlichen Gesandten Ä. von Greuth bittet man, dass er es dem Bundstag nicht übel nehme, wenn dieser den Warenhandel gegenüber Österreich einschränken werde, da zur Zeit das Heu für das Vieh mangle und die Märkte nicht besucht werden können (1002f.)
- Graf Johannes von Salis-Zizers fühlt sich durch das Memorial des Grafen NN von Salis-Tirano verunglimpft. Ihm wird erlaubt, eine Rechtfertigung an die Gerichtsgemeinden zu schreiben (1003f.)
- Auf die eingegangen Schreiben aus Glarus und St. Gallen über die in Wien herrschende Seuche will man im gleichen Stil antworten wie bereits nach Zürich (1004)
- Weisung an die Grenzwächter, alle Bettler und Vagabunden an den Landesgrenzen abzuweisen (1004f.)
- Kommissär M. Cleric soll seine Rechnungen vor dem nächsten Bundstag ablegen (1005)
- Der venezianische Resident G. Savioni soll endlich die zwei ausstehenden Pensionen begleichen (1005f.)
- Der Gesandte Peter von Salis bittet um Befehl zur Rückreise und um Geldsendung. Man überlässt diese Angelegenheit dem Bundstag (1006f.)
- Saläre (1007)
- Nachträglich eingegangenes Schreiben aus Zürich wegen sanitärer Angelegenheiten, das gleich in das Ausschreiben integriert wird (1007)
- Eingang eines Antwortschreibens von Johann Peter Peregallo von Delebio, worin er sich über die vom mailändischen Sanitätsrat gegen ihn erhobenen Vorwürfe wehrt und verlangt, diese ihm zu eröffnen (1008)
- Dr. Filippo Peverello, Deputierter des Sanitätsrats von Chiavenna, verlangt, dass aus gesundheitspolitischen Gründen weniger Truppen ("volckh") eingelassen werden. Man weist die Grenzwächter dementsprechend an (1008f.)
- Bericht von Oberstleutnant und Kommissär M. Cleric: Der Kriegskommissär oder Kassier von Chiavenna ist zwar angekommen, seine Pferde mit Gepäck sind aber am Comersee zurückgeblieben, weshalb er sich nicht einfinden könne (1009)
Beilage:
- Abschrift des Ausschreibens vom 7./18.8.1713 (1009–1022)
Kategorie
Art
Standort
Staatsarchiv Graubünden
Provenienz
Signatur / Identifikationsnummer
AB IV 01/074.23-02
Quelle
Archivdatenbank des Staatsarchiv Graubünden: https://staatsarchiv-findsystem.gr.ch/home/#/content/f16da21d2d2a4b769fb8d9ca5e0b6ccf
Benutzbarkeit
FreiEinsehbar
Reproduktionsart
Benutzungskopie/Sicherheitskopie: Digitalisat
Schutzfrist
0 Jahre (Frei zugänglich)
Schutzfrist Ende
18.08.1713
Nutzungsrechte
Gemeinfrei