Objekte / Dokumente
Pneumothoraxapparat
Titel / Bezeichnung
Pneumothoraxapparat
Institution
Beschreibung
Pneumothoraxapparat
Man unterscheidet zwei Arten: Pneumothoraxapparate mit beweglichen Wasserbehältern und Apparate mit einem Handgebläse, um den Stand der Wassersäulen in den kommunizierenden Röhren zu verändern. Das Manometer bleibt beim Einblasen der Luft eingeschaltet.
Sammlung
Lungentuberkulose
Anzahl / Umfang
1
Masse
Höhe: 76cm / Breite: 36cm / Tiefe: 22cm
Schlagworte
Medientyp
Kategorie
Standort
Medizinmuseum Davos
Eingangsdatum
05.01.2006
Signatur / Identifikationsnummer
A / 7 / 7 / --
Bemerkungen
Kollapsmethoden in der Behandlung der Lungentuberkulose
Die Ruhigstellung eines entzündeten und infizierten Organes ist ein allgemein gültiges Behandlungsprinzip. Bei der Lungentuberkulose wurde die Lunge ruhiggestellt und die Atmung vermindert durch die Liegekur und gezielter mit den Kollapsmethoden.
Man unterscheidet reversible und irreversible Kollapsbehandlungen. Reversibel sind der Pneumothorax, der Oleothorax und der extrapleurale Pneumotharax. Irreversibel sind die Paraffin- und andere Plomben, z.B. mit Akryharzkugeln, und die Thorakoplastik.
Pneumothorax
1821erkennt Carson, ein schottischer Physiologe, bei Versuchen an Kaninchen, dass die Lunge sich zusammenzieht, wenn durch eine kleine Schnittwunde Luft in den Pleuraspalt zwischen die Lunge und die Brustwand gelangt und ein Pneumothorax entsteht.
1982 beobachtet Carlo Forlanini eine unerwartete Heilung einer schweren Lungentuberkulose, nachdem sich infolge der Perforation einer tuberkulösen Kaverne spontan ein Pneumothorax gebildet hatte. Er verfolgt die Idee, die cavernöse Lungentuberkulose mit einem Pneumothorax zu behandeln. 1888 legt er erstmals einen “Pneu” bei einem Patienten mit einem Exsudat im Pleuraspalt an. 1894 gelingt es ihm auch, einen Pneumothorax anzulegen bei einem Patienten ohne Pleuraexsudat. Forlanini entwickelte Nadeln, wie sie in ähnlicher Form heute noch verwendet werden.
Die wichtigsten Indikationen für einen Pneumothorax waren: Tuberkulöse Kavernen, Blutungen aus Kavernen und andere Lungenblutungen (z.B. aus Bronchiektasen)
Oleothorax
Adolf Schmidt war 1906 wahrscheinlich der erste, welcher Luft und Öl gleichzeitg in den Pleuraraum injizierte, um mit grösserem Überdruck einen besseren Kollaps der Lunge zu erreichen. Mit Öl hoffte man auch Verwachsungen besser lösen zu können als mit Luft.
Es wurde 4%iges Gomenolöl, bei eitrigen Brustfellentzündungen auch jodhaltiges Öl zur Infektionsbekämpfung angewendet. Wegen der häufigeren und gefährlicheren Komplikationen wurde die Füllung der Pleurahöhle mit Öl wieder aufgegeben.
Thorakokaustik
Bei verwachsenem Pleurapalt war das Anlegen eines wirksamen Pneumothorax oft unmöglich. 1912 führte Jacobäus die «Elektro - Koagulations - Pleuroskopie», die Thorakokaustik ein. Unter endoskopischer Sicht wurden die Verwachsungen elektrochirurgisch gelöst und so der Kollaps der Lunge durch den Pneumothorax erreicht.
Die Methode der Thorakoskopie, welche wegen der Chemotherapie und Resektionsbehandlung tuberkuloser Herde in den fünfziger Jahren kaum mehr angewandt wurde, erlebte in den siebziger Jahren eine Renaissance als diagnostisches Mittel bei Pleuraerkrankungen.
Extrapleuraler Pneumothorax
Bei ausgedehnten Pleuraverwachsungen war eine Thorakokaustik nicht möglich. 1934 führte Klaus in Deutschland den extrapleuralen Pneumothorax ein. Er löste die Lunge über den erkrankten Abschnitten ausserhalb des verwachsenen Pleuraspaltes von der inneren Brustwand ab und erhielt so den gewünschen Hohlraum, der wie beim intrapleuralen Pneumothorax mit Luft gefüllt und nachgefüllt werden konnte. Oft blieb nach der gewünschten Behandlungszeit eine Resthöhle zurück. Sie bildete eine ständige Infektionsgefahr.
Bauchpneu
In die Bauchhöhle eingeblasene Luft führt zu einem Zwerchfellhochstand, einer Verminderung der Zwerchfellbeweglichkei und dadurch zu einer teilweisen Ruhigstellung der Lungen, die Luft muss jedoch regelmässig nachgefüllt werden.
Nach 1960 wurden ein Pneumothorax nur noch zu diagnostischen Zwecken angelegt.
Nutzungsrechte
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