Geografische Orte
Cuolm d'Ursera
Name
Cuolm d'Ursera
Namensvariante
Oberalppass
Haltstation Oberalppasshöhe - Calmut
Name Deutsch Mundart
Cuolm d'Ursera , Dr Oberalppass
Phonetik
- dr ọ̄́bəra᪷ɫppa᪷ſs
Institution
Beschreibung
Oberalppass
Passhöhe und Grenze am Ende der Oberalp (An. 344) zu GR.
Deutung
‘Der Gratübergang bei der Oberalp’.
Zum Name Crispalt vgl. RN 2,651 bei Caspáusa, besonders: "Der Name ist nicht zu trennen vom Bergnamen Crispalt, heute ein Gipfel zwischen Val Val und Val Giuv mit vorgelagerter Kuppe Crispalt pign, früher zweifellos Name des Oberalppasses… Die gelehrte Form Crispalt ... wurde von Geographen auf den heute so genannten Berg übertragen." - Im RN werden a. a. O. noch weitere hist. Belege aufgeführt, u. a. "Urk. 1311 Crispalt, 1330 Crispaltz, Krisbaltz, Crispalt". Als mögliche Erklärung des Namens wird eine Zusammensetzung aus crista ‘Kamm’, rätorom. craista, crest(a) (RN 2,115) und lat. balteus ‘Gürtel’ (RN 2,32) vermutet (RN 2,651). , Schwzdt. Pass m. wie nhd. ‘Durchgang, Übergang’, zunächst in abstraktem Sinn, dann ‘Einsenkung im Gebirge, die als Übergang gilt’ < mlat. passus ‘Engpass im Gebirge und in Wegen’ (Id. 4,1655ff.; Zinsli GG 107 und 312; UMWb 332). , → Oberalp (An. 344).
Zum Name Crispalt vgl. RN 2,651 bei Caspáusa, besonders: "Der Name ist nicht zu trennen vom Bergnamen Crispalt, heute ein Gipfel zwischen Val Val und Val Giuv mit vorgelagerter Kuppe Crispalt pign, früher zweifellos Name des Oberalppasses… Die gelehrte Form Crispalt ... wurde von Geographen auf den heute so genannten Berg übertragen." - Im RN werden a. a. O. noch weitere hist. Belege aufgeführt, u. a. "Urk. 1311 Crispalt, 1330 Crispaltz, Krisbaltz, Crispalt". Als mögliche Erklärung des Namens wird eine Zusammensetzung aus crista ‘Kamm’, rätorom. craista, crest(a) (RN 2,115) und lat. balteus ‘Gürtel’ (RN 2,32) vermutet (RN 2,651). , Schwzdt. Pass m. wie nhd. ‘Durchgang, Übergang’, zunächst in abstraktem Sinn, dann ‘Einsenkung im Gebirge, die als Übergang gilt’ < mlat. passus ‘Engpass im Gebirge und in Wegen’ (Id. 4,1655ff.; Zinsli GG 107 und 312; UMWb 332). , → Oberalp (An. 344).
Art
Höhe (Meter über Meer)
2043
Flächenkoordinaten
694337 , 168234
Gemeinde
Tujetsch, Andermatt
Region
Surselva
Kanton
Uri, Graubünden
Quelle
https://search.ortsnamen.ch/de/record/3036653/
Historische Nachweise
- : um 1306 : Der selben vogty gerichte vachet an uffen Crispaltz, da duͥ frye grafschaft von Lags usgat, und gat untz uffen Furke, und von dannent untz ze Sant Gothart und von Sant Gothart untz an die stiebenden Brugge. Habsburgisches Urbar. Amt Urseren: QSG. 14, p. 286. (None)
- 1493: uff dem crispaltzen. uff dem crispaltzer. Talbuch von Urseren, ab 1491, p. 184. TAU.;
1495/97 : krispalt. Türst, Karte. QSG. 6.; (None) - 1562: Crispalt b. Stumpf, Landtaflen, Tafel 4.; (None)
- 1563: uff Cristpalger berg. Uk. Urs. TAU.;
um 1570 : uff den Grispalt. Tschudi, Chronicon. QSG. NF. 1. Abt. 7/3, p. 174.; (None) - 1574: Rhenus autem anterior oritur in monte Crispalto, qui Gotthardum montem et Vrsarios Lepontios attingit, ac per Aetuatios primum fluit, ubi uicus Tauetsch uetus nomen paululum inflexum seruat. Simler, Vallesiae Descriptio, p. 103.; (None)
- 1712: Gegen Aufgang den Berg Crispalt / daruͤber man zu dem fordern Rhein wandelt / und die Marck gegen dem Land Glarus. Der neueste Staat von Lothringen, p. 906.; (None)
- 1742: Bey bemeltem Berg Crispalta passirt man Sommerzeit über hoche Alpen auf Ursulen. ... und komt man zum Ursprung des vordern Rheins aus dem Berg Crispalta, an welchem auf der einten Seiten Ursulen und der Gotthard, auf der andern Seiten der Berg Bicornus oder die Furken anstosen. Sererhard, Delineation aller Gemeinden gemeiner dreyen Bünden, p. 3.; (None)
- 1751: Creutzlein und Creutzlinberg. Ein Berg welcher sonst auch Crispalt genennt wird, welcher in dem Oberen Grauen-Bund gegen dem S. Gotthards-Berg (vor dessen Arm er auch gehalten wird:) und an die Urserer Alpen reichet und als ein Theil des Adulae geachtet werden kann;
er gibt dem vorderen Rhein die Quellen, und kan man über selbigen aus dem Tawetscher Thal in das Land Uri, und in das Linnthal in dem Land Glarus kommen. Leu, Lexikon, 5, p. 512.; (None) - 1753: ... und alldort kömmt uns vor die sogenannte Crisp-Alp, welche in alten Urkunden Crispa Alta, und daher Cristalt genennet wird. Dieser ist ohne Zweifel einer der höchsten Berge in der Schweitz, welcher zwischen dem Land Uri, dem so bekannten Urseler-Thal und Graubündten gesehen wird. Altmann, Beschreibung der Helvetischen Eisberge, p. 97f.; (None)
- 1769: Auf der Ostseite des Dorfes Urseren eroͤfnet sich das Thal Oberalp genannt, durch welches ein Pass nach Buͤnden geht. Briefe über die vornehmsten Merkwürdigkeiten der Schweiz, p. 176.; (None)
- 1778: der grosse Crispalt, Crispa Alta. Gruner, Reisen durch die merkwürdigsten Gegenden Helvetiens, p. 221.; (None)
- 1796: gegen den Crispalt oder Kreuzliberg. Norrmann, Schweizerland, 2, p. 1022.; (None)
- 1804: über entsetzliche Trümmer des Kreuzli-Berges (Crispalt). Ebel, Anleitung, 2, p. 42.; (None)
- 1843: Der Weg zum Oberalppass setzt in der Richtung der Furka nach Osten fort, verbindet Urseren (Reussgebiet) mit Tavetsch im Vorderrheinthal, Andermatt mit Dissentis. Ueber die schweizerischen Alpenpässe, Neue Helvetia, 1, p. 130.; (None)
- 1869: In älterer Zeit nannte man namentlich von Chur aus die ganze linke Thalwand vom Kreuzlipass bis zum Oberalppass ‹Crispalt› (Crispa oder Crista alta, der hohe Kamm), unterschied jedoch einzelne Theile, namentlich die Knotenpunkte, von denen aus kurze Querketten gegen das Rheinthal auslaufen, auch damals schon mit besonderen Namen, die jetzt auf der Dufourkarte angenommen sind. Hoffmann, Piz Giuf, Jb. SAC. 6, p. 478.; (None)
- 1885: Der Name Crispalt wird in älteren Karten als Kollectivname dem ganzen Gebirgsstock um den Kreuzlipass herum beigelegt (vrgl. Jahrbuch VI, pag. 478, Itinerar 1871, p. 66). Nachdem nun sowohl die Dufourkarte wie Blatt 407 des topographischen Atlas mit diesem Namen ausschliesslich den isolirten, von Nord nach Süd abfallenden Felsrücken zwischen Val de Val und Val Giuf bezeichnet und wenigstens die Bündner diese Benennung allgemein acceptirt, kann wohl kein Zweifel mehr daüber bestehen, wo wir den Berg zu suchen haben. Lavater, Crispalt, Jb. SAC. 21, p. 459f.; (None)
- 1894: In gespannter Erwartung näherte ich mich dem Gipfel, weil ich immer noch im Zweifel war, ob der Mutsch die hohe dunkle Spitze sei, welche man von Zürich aus links vom Bristen sieht und unter dem Namen Crispalt kennt. Jetzt wurde mir dieses Rätsel gelöst. Selbst schon auf einer Höhe von 8585 P.-F. stehend, sah ich erstaunt gegen S. W. in geringer Entfernung jenes Horn, nach meiner Schätzung wenigstens noch 1000 Fuss über meinen Standpunkt sich erheben, sowie in gleicher Kette, aber mehr westlich, noch andere ebenso hohe Kuppen. Alle diese Spitzen stehen in der Gruppe, welche sich unter dem Namen Crispalt von der Oberalp im Urserenthal bis zum Kreuzlipass erstreckt. Zeller, Bristenstock, Alpina SAC., 2, p. 76.; (None)
- 1951: Weil nun der Name Crispalt einer ganzen Gegend galt, konnten auch die verschiedenen Passübergänge, wie Oberalp und Krüzli, damit bezeichnet werden. Die von Ursern Kommenden gaben dem Passübergang den Namen der obersten bündnerischen Landschaft und die Bündner tauften ihn umgekehrt als Ursener-Pass (Cuolm d'Ursera). Crispalt könnte demnach sowohl Oberalp wie Krüzli bedeuten. Kocher, Gotthardweg, HNU. 4/5, p. 21f.; (None)
- 1965: Oberalppass. LK. Bl. 1232.; (None)
- 1965: Oberalppasshöhe - Calmut. LK. Bl. 1232. (None)
Nachweis / Literatur
- Bundesamt für Landestopografie (swisstopo): swissNAMES3D - https://www.swisstopo.admin.ch/de/geodata/landscape/names3d.html
- Hug, Albert; Weibel, Viktor: Urner Namenbuch. Die Orts- und Flurnamen des Kantons Uri. 4 Bände. Altdorf, Bibliothekgesellschaft Altdorf, 1988–1990. - https://www.ortsnamen.ch/de/regionale-projekte/kanton-uri
- Planta, Robert von / Schorta, Andrea: Rätisches Namenbuch. Bd. 1: Materialien. Bd. 2: Etymologien. Bd. 3, Teile I + II: Die Personennamen Graubündens bearbeitet und herausgegeben von Konrad Huber. Bern, Francke, 1985-1986. - https://www.ortsnamen.ch/de/regionale-projekte/kanton-graubuenden