Fundstellen
Castelmur
Titel / Bezeichnung
Castelmur
Datum
490 bis 1550
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Burganlage Castelmur befindet sich am östlichen Rand des Dorfes Promontogno im Bergell. Sie wurde auf einer Felsrippe, die sich in drei natürlichen Abstufungen wie ein Riegel ins Tal schiebt, erbaut. Auf der höchsten Stufe haben sich Spuren eines turmartigen Gebäudes (Turraccia) erhalten, auf der Mittleren stehen die Kirche Nossa Donna und die Burganlage Castelmur mit Wohnturm. Auf der untersten Felsstufe wurde eine Talsperre errichtet.
Die auf der obersten Stufe gelegene Turraccia mit einer quadratischen Grundfläche diente als Wachturm. Rund 70 m talwärts, ohne bauliche Verbindung zur Turraccia, liegt die eigentliche Burganlage Castelmur. Diese wird erstmals als "Castellum ad Bergalliam" im Reichsguturbar von 842 genannt. Weitere historische Dokumente aus dem 10. bis 15. Jahrhundert bestätigen die Bedeutung der Burg als Zoll- und Grenzbefestigung, verlief doch im Mittelalter die churrätische Grenze bei dieser Talenge. Die Burganlage besteht aus einem quadratischen Wohnturm mit fünf Stockwerken und einem Hocheingang im zweiten Obergeschoss. Beidseits des Turmes schliesst eine Umfassungsmauer an, welche jeweils im Osten und Westen einen Hofraum umschliesst und gegen Osten noch weiter am Rand des Felsplateaus entlangführt. Die Anlage wurde in dieser Form um 1300 errichtet. Im Laufe des 16. Jahrhunderts wurde sie aufgegeben.
In einer natürlichen Senke zwischen der Burganlage und der aufsteigenden Bergflanke steht die Kirche Nossa Donna. Weiter unten in der Senke befinden sich zwei Abschnitte einer mittelalterlichen Talsperre (Letzi). Der nördliche Teil (Müraia) wurde wohl um 1120 zur Verteidigung gegen Churrätien ausgebaut. Der südlichere Teil (Traversa) besteht aus einer einfachen Mauer mit Wehrgang und Schiessscharte.
Die Felsrippe hatte wohl in römischer Zeit bereits als Talsperre gedient. So wird im Itinerarium Antonini, einer römischen Strassenkarte des 3. Jahrhunderts, eine Raststation (mansio) "Murus" in diesem Gebiet verzeichnet.
Schlagworte
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS330 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS332 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS18609 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS329 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
941
Parzellennummer
485, 4022, 4023