Fundstellen
Cresta
Titel / Bezeichnung
Cresta
Datum
2000 v. Chr. bis 15 v. Chr.
Epoche
Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) , Eisenzeit (800 v. Chr.–0) , Hallstattzeit (800–450 v. Chr.) , Latènezeit (450–0 v. Chr.)
Institution
Beschreibung
Der Hügelsporn Cresta liegt am Südrand des Gemeindegebietes von Cazis. Erste prähistorische Funde wurden hier 1942 gemacht, woraufhin von 1943 bis 1944 die ersten Grabungen folgten. Das Schweizerische Nationalmuseum führte dann von 1947 bis 1970 umfangreichere archäologische Untersuchungen durch. Die bisher letzte Intervention erfolgte 1998 durch den Archäologischen Dienst Graubünden. Die Untersuchungen ergaben eine mehrphasige, weitgehend kontinuierliche Besiedlung von der Frühbronzezeit bis zum Beginn der jüngeren Eisenzeit. Die Lage des urgeschichtlichen Dorfes ist europaweit einmalig: Die Wohnhäuser wurden in einer acht Meter breiten und bis zu sechs Meter tiefen Felsspalte, die den Hügel durchtrennt, errichtet. Die Siedlungen waren als einzeilige Reihendörfer angelegt. Sie wurden wiederholt durch Brandereignisse zerstört, aber – in den meisten Fällen – wohl umgehend wiederaufgebaut.
Der ausserordentlichen Lage ist neben den gut erhaltenen Bauresten von etwa 20 zeitlich aufeinanderfolgenden Dörfern auch ein einzigartiges Fundarchiv zu verdanken. So beläuft sich allein der Bestand an Gefässkeramik auf mehr als 12'000 Fragmente, aus dem Zeitraum von 2000 bis etwa 400 v. Chr. Dieses Fundgut ermöglicht einerseits eine detaillierte chronologische und typologische Einordnung der Entwicklung des einheimischen Geschirrs von der Frühbronzezeit bis in die jüngere Eisenzeit, andererseits untermauert es die Bedeutung der Siedlung auf der Cresta an den wichtigen Transitrouten in Graubünden vom oberitalischen und süddeutschen Raum.
Schlagworte
Weitere Identifikationsnummern
FS583 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS628 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS630 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS632 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
770
Parzellennummer
168, 170