Fundstellen
Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt
Titel / Bezeichnung
Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt
Datum
375 bis 1272
Epoche
Römerzeit (500 v. Chr.-500 n. Chr.) , Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Churer Kathedrale befindet sich auf dem Hof, einem markanten Geländesporn oberhalb der Altstadt. Die Gründung des Bistums und damit der Bau der ersten Bischofskirche geht wohl ins 4. Jahrhundert zurück. Der älteste Kirchenbau wies eine halbkreisförmige Apsis mit vermutlich breitem Querschiff auf. Es handelte sich entweder um eine dreischiffige Basilika oder eine Saalkirche, die vor 451 entstanden sein muss. Der zweite Bau besass eine leicht hufeisenförmige Apsis und war aller Wahrscheinlichkeit nach eine Saalkirche mit Nebenräumen. Um 840 wird das Kirchenpatrozinium St. Mariä Himmelfahrt erstmals erwähnt. Bei der heutigen Kathedrale St. Mariä Himmelfahrt handelt es sich um einen Neubau aus dem 12. und 13. Jahrhundert, der in mehreren Etappen im spätromanischen Stil errichtet wurde. Er nimmt allerdings Bezug auf das alte Baugefüge. Die neue Bischofskirche wurde 1272 eingeweiht. Um 1467 erfolgte der Anbau der Laurentiuskapelle ans südliche Seitenschiff und noch vor 1517 folgte die Luziuskapelle. Nach dem Quartierbrand von 1811 wurden die Dächer erneuert und 1828/29 der Turm wiederaufgebaut. Im Zuge einer Renovierung der Kathedrale zwischen 1921 und 1926 erfolgten erste archäologische Forschungsarbeiten. Eine erneute bauarchäologische Untersuchung folgte bei der letzten Renovierung zwischen 2003 und 2007. Bei dem Gotteshaus handelt es sich um eine Basilika mit unregelmässigem Grundriss. Das dreijochige Langhaus mit schmalen Seitenschiffen endet in einem erhöhten Chor und eingezogenem Altarhaus. Chor und Schiff sind mit Kreuzgewölben gedeckt. Die Krypta ist zweiteilig und befindet sich unter dem Chor und dem Altarhaus. Der Turm befand sich ursprünglich über dem Chorquadrat. Der Neubau von 1811 mit Kuppelhaube und achteckigem Glockengeschoss steht heute zwischen dem Chor und dem nördlichen Seitenschiff. Die zweigeschossige Sakristei schliesst südlich an Chor und Altarhaus an. Die Kathedrale besass ursprünglich westlich anschliessend eine Vorhalle und schloss im Norden an einen Kreuzgang an. Die reiche Innenausstattung und hervorragende Bauplastik zeichnen das Gotteshaus aus. Neben dem spätgotischen Hochaltar, dem Laurentiusaltar mit langobardischen Reliefplatten bestechen vor allem die vier Apostelsäulen aus dem 13. Jahrhundert am Eingang zur Krypta und das spätgotische Sakramentshäuschen. Die Wandmalereien stammen aus der Gotik, die Deckendekoration aus dem 17. Jahrhundert. Der Domschatz, bestehend aus kirchlicher Kunst, Reliquiaren und liturgischen Geräten, die seit dem 5. Jahrhundert aufbewahrt wurden, ist seit 2020 im neuen Domschatzmuseum im Bischöflichen Schloss der Öffentlichkeit zugänglich. Zur Kathedrale gehörte von Beginn an ein Friedhof, dessen Lage sich mit der Zeit veränderte. Im Inneren der Kathedrale und deren nächster Umgebung war die Bestattung nur einem privilegierten Personenkreis gestattet. Spätestens seit dem Ende des 16. Jahrhundert wird im Bereich des heutigen Friedhofs beerdigt.
Schlagworte
Trachsler-Klassifikation
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS70485 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS70543 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS70544 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
621
Parzellennummer
2840