Fundstellen
Sogn Gion
Titel / Bezeichnung
Sogn Gion
Datum
1100 bis 1515
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Gemeinde Domat/Ems liegt wenige Kilometer südwestlich von Chur. Direkt über dem Rhein erhebt sich die Tuma Turera, einer der zwölf durch den Flimser Bergsturz entstandenen Hügel im Gemeindegebiet. Mitten auf der Hügelkuppe thront die Kirche Sogn Gion mit zugehörigem Friedhof. Das Kirchenensemble setzt sich aus der dem Hl. Johannes Baptist geweihten Kirche mit Kirchturm, Sakristei und Vorhalle, einer Kapelle, die der schmerzhaften Muttergottes geweiht ist, einer Heiliggrabkapelle, die heute nicht mehr existiert, und dem Beinhaus zusammen. Erwähnt wird die Kirche erstmals in einer Urkunde aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Der mächtige Glockenturm wurde im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts, die heutige Baselga da Sogn Gion Battista selbst im frühen 16. Jahrhundert als einschiffiges Langhaus mit erhöhtem Chor neu gebaut. Lediglich die Ostmauer des Schiffes geht noch auf den romanischen Vorgängerbau zurück. Im 17./18. Jahrhundert wurde im Osten die Muttergotteskapelle angebaut sowie die Heiliggrabkapelle und das Beinhaus errichtet. Anlässlich einer Gesamtrestaurierung konnten von 2019 bis 2023 bauhistorische und archäologische Untersuchungen durch den Archäologischen Dienst Graubünden durchgeführt werden. Dabei wurden südlich des Beinhauses die Reste eines annähernd quadratischen, turmartigen Gebäudes dokumentiert. Dieses stammt, aufgrund von C14-Datierungen und stilistischen Merkmalen, aus dem 11./12. Jahrhundert. Nach dessen Abgang am Übergang vom Mittelalter zur frühen Neuzeit wurde der Bereich teils als Friedhof genutzt, teils mit dem Beinhaus überbaut. Bei den Untersuchungen kamen unter dem heutigen Kirchenschiff Gräber des 9. bis 11. Jahrhunderts ans Tageslicht. Somit erhärtet sich der Verdacht, dass auf der Tuma Turera bereits im Frühmittelalter eine Kirche stand.
Schlagworte
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS889 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS25905 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS25906 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
608
Parzellennummer
184