Fundstellen
Sogn Gieri
Titel / Bezeichnung
Sogn Gieri
Datum
500 bis 1400
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Kirche Sogn Gieri steht auf einem kleinen Hügel, der sich über dem Steilufer des Hinterrheins östlich des Dorfes Rhäzuns erhebt. Das Rätische Museum führte 1961 und 1962 die ersten archäologischen Ausgrabungen in der Kirche durch. Dabei konnten unter der heutigen Kirche drei Vorgängerbauten festgestellt werden. Beim ersten Bau, der typologisch ins 6. / 7. Jahrhundert zu stellen ist, handelt es sich um einen Saalbau mit einzugsloser Apsis und einen Vorraum, in welchem zwei Bestattungen nachgewiesen werden konnten. Für den zweiten Bau wurde das Schiff verlängert und die Apsis umgebaut. Die Kirche war nun ein Saalbau mit eingezogener, halbrunder Apsis, die typologisch im 8. / 9. Jahrhundert anzusiedeln ist. Nordöstlich des Chores bestand während der ersten beiden Phasen bereits ein Friedhof. Im 9. / 10. Jahrhundert wurde das Gotteshaus vergrössert. Das Kirchenschiff wurde gegen Westen verlängert. Im Osten wurde eine eingezogene, asymmetrische und tief gestelzte Apsis errichtet. Beim vierten Bau handelte es sich schliesslich um einen kompletten Neubau des sakralen Gebäudes, der in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts als einfacher Saalbau errichtet wurde. In Folge eines Brandes wurde der Chorbereich in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts mit einem Triumphbogen neugestaltet und das bestehende Schiff im Osten etwas gekürzt. Der einfache Saalbau mit eingezogener Apsis blieb bis heute, mit wenigen baulichen Reparaturen und Veränderungen im 14. und 17. Jahrhundert, bestehen. Im 14. Jahrhundert wird die Kirche zudem Innen vollständig ausgemalt. Neben den Legenden um den Kirchenpatron Georg und den Hl. Christophorus finden sich vor allem alt- und neutestamentliche Szenen, eine Biblia Pauperum. Somit handelt es sich bei der Kirche Sogn Gieri, um den einzigen vollständig ausgemalten Kirchenraum dieser Zeitstellung in der Schweiz.
Schlagworte
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS2462 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS67787 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
690
Parzellennummer
806, 1174