Fundstellen
Schiedberg
Titel / Bezeichnung
Schiedberg
Datum
1600 v. Chr. bis 1400
Epoche
Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) , Eisenzeit (800 v. Chr.–0) , Hallstattzeit (800–450 v. Chr.) , Latènezeit (450–0 v. Chr.) , Römerzeit (500 v. Chr.-500 n. Chr.) , Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Südöstlich von Sagogn befindet sich die Hügelkuppe Schiedberg, dessen Name erst um 1570 erscheint. Bereits um 1930 konnten hier nur mehr geringe Mauerspuren festgestellt werden. Der durch Kiesabbau bedrohte Burghügel wurde 1964 bis 1968 vom Rätischen Museum und schliesslich im Auftrag des neu gegründeten Archäologischen Dienstes Graubünden vollständig untersucht. Illegale Grabungen durch die Jungwacht Kloten zerstörten 1971 Kulturschichten. Der Ort war von der mittleren Bronzezeit bis zur späten Eisenzeit und dann wieder von der römischen Kaiserzeit bis zum Spätmittelalter besiedelt. Aus prähistorischer Zeit konnten vor allem Pfostenlöcher, Gruben und Feuerstellen dokumentiert werden. Dabei liess sich ein rechteckiger Hausgrundriss rekonstruieren. Ein Steinbau mit hölzernem Oberbau stammt aus der späten Kaiserzeit. Dieser wurde im Frühmittelalter umgebaut und zu einem herrschaftlichen Komplex erweitert. Im 8. Jahrhundert wurde das Burgareal umfassend neugestaltet. Neben einer Ringmauer entstanden zwei Grubenhäuser aus Holz und ein zweiteiliger, herrschaftlicher Rechteckbau mit Küchenraum im Erdgeschoss und Wandmalereien im Obergeschoss. Im 10. Jahrhundert wurde der Bering weiter nach aussen versetzt und so das Areal vergrössert. Die Wehranlage wurde um 1000 zu einer hochmittelalterlichen Feudalburg umgebaut. Es wurde ein neuer Bering mit langgestrecktem Wohntrakt und Filterzisterne errichtet. Nach 1150 wurde die Anlage wiederum komplett erneuert. Es entstand eine mächtige Ringmauer mit Toranlage und ein massiver Bergfried. Aufgrund von Hangrutschungen musste bereits im 13. Jahrhundert das nördliche Burgareal und um 1250 der Bergfried aufgegeben werden. In der Folge errichtete man einen wehrhaften Palas mit ebenerdigem Eingang. Die Burganlage war zunächst im Besitz der Viktoriden, anschliessend war die Feudalburg Sitz der Herren von Sagogn und fiel als Erbe schliesslich in den Besitz der Grafen Werdenberg-Heiligenberg. Nach einem verheerenden Brand wurde die Anlage im späten 14. Jahrhundert endgültig aufgegeben.
Schlagworte
Brände , Feuerstellen , Gebäude , Gruben , Grubenhäuser , Höhensiedlungen , Mauern , Palasse , Pfostenlöcher , Ringmauern , Steinbauten , Toranlagen , Türme , Umfassungsmauern , Wehranlagen
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS2803 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69389 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69390 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69391 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69392 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69393 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69394 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69395 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS69371 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
817
Parzellennummer
1344