Fundstellen
Pfarrhausgarten / Chrea
Titel / Bezeichnung
Pfarrhausgarten / Chrea
Datum
300 v. Chr. bis 1750
Epoche
Eisenzeit (800 v. Chr.–0) , Latènezeit (450–0 v. Chr.) , Römerzeit (500 v. Chr.-500 n. Chr.) , Mittelalter (700-1500 n. Chr.) , Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Die Fluren Pfruondhus und Chrea befinden sich auf einer Terrasse am Fusse des Hügels Montsax. Bereits in den 1920er Jahren wurden hier Gräber angeschnitten, die allerdings undokumentiert blieben. Bei archäologischen Untersuchungen zwischen 1955 und 1960 konnten weitere Teile eines Gräberfeldes mit Memorienbauten gefasst werden. Aufgrund der Friedhofserweiterungen und anderer Bauprojekte führte der Archäologische Dienst Graubünden zwischen 1985 und 1993 weitere Ausgrabungen in der Flur Chrea durch. Bei den ältesten Strukturen handelt es sich um latènezeitliche Siedlungsreste. In diese wurden spätantiken Siedlungsstrukturen eingetieft. Zu den spätantiken Besiedlungsstrukturen zählt neben einem Kalkofen ein rechteckiges, zweiphasiges Grubenhaus. Der erste Nutzungszeitraum liegt im 4. / 5. Jahrhundert. Die zweite Phase folgt im 6. / 7. Jahrhundert. Um dieses herum konnten mehrere Trockenmauern und Feuerstellen dokumentiert werden. Mit etwas grösserem Abstand wurde ein kleineres Gebäude ausgemacht aus Trockenmauerwerk und mit einem überwölbten Steinkanal, der Hitzespuren aufwies. Dieser Bau kann als Räucherkammer interpretiert werden, die von der mittleren Kaiserzeit (2. / 3. Jahrhundert) bis ins Frühmittelalter (6. / 7. Jahrhundert) genutzt wurde. In Schiers hat sich bereits in der Spätantike bzw. im Frühmittelalter eine grössere Siedlung befunden. Wie die über 130 Bestattungen aus dieser Zeit belegen. Sie gehören zu einem Friedhof mit drei kleinen, frühmittelalterlichen Kirchenbauten - einer Saalkirche und zweier Absidenkirchen. Eine innen verputzte Absidenkirche wurde im 5. / 6. Jahrhundert über dem spätrömischen Kalkbrennofen errichtet. Auf den gefundenen Verputzresten liessen sich weisse und dunkelrote Bemalung sowie ornamentale Verzierungen (Blätter, Kränze und Vögel) nachweisen. Das Gebiet war im Hochmittelalter ebenfalls besiedelt. So konnten aus dieser Zeit die Reste eines Blockbaus mit Lehm-Kuppelofen gefasst werden. Neben einer weiteren Ofenstelle wurde eine verbrannte Tannenholztruhe mit ca. 15'000 Rettichsamen, die als Saatgut dienten, dokumentiert. Auch in der Neuzeit diente der spätere Pfarrhausgarten noch als Siedlungsplatz. So wurden die Fundamente zweier Gebäude, die mindestens zwei Mal niederbrannten, ergraben.
Schlagworte
Apsiden , Blockbauten , Brände , Feuerstellen , Friedhöfe , Gebäude , Grubenhäuser , Gräber , Kalköfen , Kanäle , Kirchen , Räucherkammern , Saalbauten , Samen , Trockenmauern , Truhen , Verputze , Öfen
Weitere Identifikationsnummern
FS3020 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS3022 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS3024 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS68043 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS68044 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS68045 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS68046 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS68051 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
669
Parzellennummer
215, 216, 1023