Fundstellen
Julierpass Heiligtum
Titel / Bezeichnung
Julierpass Heiligtum
Datum
40 bis 477
Epoche
Römerzeit (500 v. Chr.-500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Bivio ist die südlichste Ortschaft in der Fusionsgemeinde Surses und liegt an der Verzweigung der Passrouten über den Septimer- und den Julierpass. Die Fundstelle befindet sich auf der Passhöhe, unmittelbar westlich der Gemeindegrenze zwischen Surses und Silvaplana. Bereits in einer - heute verschollenen – Urkunde von 1396 wird eine Säule als Grenzmarkierung zwischen den Besitzungen des Churer Bischofs und der Grafen von Werdenberg-Sargans erwähnt. Im 16. Jahrhundert war die Säule erstmals umgefallen und in drei Teile zerbrochen. Zwei der drei Säulentrommeln liess man im 17. Jahrhundert erneut als Grenzmarkierung aufstellen. Im Laufe der Zeit wurden diese immer wieder verschüttet und in der Folge ausgegraben und an anderer Stelle neu aufgerichtet – zuletzt 2014. Seither steht sie auch wieder auf der Gemeindegrenze auf dem Julierpass. In ihrer Umgebung fanden sich seit dem Jahr 1854 immer wieder römische Münzen, weshalb in den 1930er Jahren mehrere Grabungskampagnen für die Suche nach einem Heiligtum auf dem Julierpass durchgeführt wurden. Dabei entdeckten die Ausgräber ein 5 x 5 m grosses Steinfundament. Später entdeckte man bei Strassenbauarbeiten zwei Fragmente einer lebensgrossen Marmorstatue und ein Inschriftenfragment. Diese Befunde deuten auf ein Passheiligtum hin, das wahrscheinlich in Form einer Aedicula mit darinstehender Statue errichtet wurde. Die gefundenen Münzen, die vermutlich als Votivgaben niedergelegt wurden, bezeugen eine Begehung in römischer Zeit bis ins 5. Jahrhundert. Einzelne ältere Münzen schliessen eine Nutzung in Vor- bzw. frührömischer Zeit nicht aus.
Schlagworte
Trachsler-Klassifikation
Weitere Identifikationsnummern
FS254 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
2284
Parzellennummer
11142, 11150