Fundstellen
Crestis
Titel / Bezeichnung
Crestis
Datum
8000 v. Chr. bis 2902 v. Chr.
Epoche
Mittelsteinzeit (9700–5800 v. Chr.) , Jungsteinzeit (5800–2200 v. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Gemeinde Tamins befindet sich am Zusammenfluss des Hinter- und Vorderrheins. Die Flur Crestis bzw. der Crestistobel liegt erhöht über dem Vorderrhein auf einer frühpostglazialen Kiesterrasse.
Bei einem Bauvorhaben stiess eine Privatperson 1974 auf Keramikscherben, die sie dem Archäologischen Dienst Graubünden übergab. Dieser führte in der Folge eine Sondiergrabung durch, bei der aus einer Kulturschicht für Graubünden bisher unbekannte Keramik geborgen wurde. Für genauere Abklärungen zur Datierung und der Kulturzugehörigkeit wurde die Abteilung für Urgeschichte der Universität Zürich beigezogen, welche 1976 und 1977 weitere Ausgrabungen durchführte. Dabei kamen die Überreste eines Lagerplatzes mit Feuerstelle aus der Zeit um 3200 v. Chr. zum Vorschein. Neben Keramik befanden sich Felsgesteine mit Pechresten, einige Silices, Bergkristallartefakte und Knochen von Haustieren im Fundgut. Aufgrund der Tierknochen kann der Lagerplatz im Kontext der Transhumanz gesehen werden.
Der Bau einer Wasserleitung auf Crestis wurde 2010 vom Archäologischen Dienst Graubünden begleitet. Dabei wurden aus einer lehmigen Schicht zwei Radiolarit- sowie diverse Bergkristallstücke geborgen. Bei einem Radiolaritgerät handelt es sich um ein Leitfossil des 8. Jahrtausends v. Chr., weshalb die Interpretation als mesolithischer Lagerplatz naheliegt. Die weiteren Prospektionen der Universität Zürich führten 2015 zu keinen neuen Erkenntnissen.
Schlagworte
Bergkristalle , Feuerstellen , Gesteine , Haustiere , Keramik , Lagerplätze , Pech , Radiolarite , Silices , Tierknochen , Transhumanz
Weitere Identifikationsnummern
FS3743 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS67726 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
646
Parzellennummer
1713