Fundstellen
Unterm Dorf (Neolithikum)
Titel / Bezeichnung
Unterm Dorf (Neolithikum)
Datum
ca. 3000 v. Chr.
Epoche
Jungsteinzeit (5800–2200 v. Chr.)
Institution
Beschreibung
Die Gemeinde Tamins befindet sich am Zusammenfluss des Hinter- und Vorderrheins. Im Süden der Gemeinde liegt der aus Bergsturzmaterial bestehende Chirchabühel, an dessen Südfuss die Fundstelle "Unterm Dorf" zu finden ist. Anlässlich der Quartiererweiterung wurde 2012 eine Erschliessungsstrasse gebaut. In Zuge dessen wurde vom Archäologischen Dienst Graubünden eine mit Brandschutt und Erdmaterial verfüllte Mulde gefasst. Der zentrale Bereich war dicht mit teilweise verbrannten Bruchsteinen bedeckt. Aus der Muldenverfüllung konnten Abfälle der Steinbeilproduktion sowie wenige Keramikscherben und Tierknochen geborgen werden. Aufgrund der Keramiktypologie lässt sich die Muldenverfüllung in die Horgener Zeit, also um 3000 v. Chr., einordnen. Beim Neubau zweier Werkhallen führte der Archäologische Dienst Graubünden erneut Untersuchungen im Quartier durch, dabei liessen sich zwei Gruben dokumentieren. Bei der ersten handelt es sich um eine Abfallgrube, die in der Verfüllung Rückstände der Steingeräteproduktion sowie Keramikfragmente aufwies. Die zweite Grube war zweiphasig verfüllt. Aus dem jüngeren Horizont konnten ebenfalls Keramik- und Grüngesteinfragmente mit Sägespuren, Bruchstücke von Sandsteinsägen sowie ein Halbfabrikat eines Steinbeils geborgen werden. Beim älteren Horizont handelte es sich lediglich um eine dünne, stark holzkohlehaltige Ablagerung. Die C14-Datierung beider Verfüllschichten weist ebenfalls in die Zeit um 3000 v. Chr. Somit liegt der Schluss nahe, dass sich hier im Spätneolithikum ein Werkplatz befand.
Schlagworte
Abfälle , Brandschutt , Gruben , Grüngesteine , Keramik , Mulden , Radiokarbondatierungen , Steinbeile , Steingeräteproduktion , Sägen , Tierknochen
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS67727 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Parzellennummer
919