Fundstellen
Val Fenga
Titel / Bezeichnung
Val Fenga
Datum
810 v. Chr. bis 390 v. Chr.
Epoche
Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) , Eisenzeit (800 v. Chr.–0)
Institution
Beschreibung
Das Val Fenga (Fimbatal) trennt die Berge der Samnaungruppe und der Silvretta-Gruppe. Quer durch das Tal verläuft die Staatsgrenze zwischen Österreich (Bundesland Tirol) und der Schweiz (Kanton Graubünden). Beim Fimberpass handelt sich um einen Teil einer historischen Querverbindung zwischen dem Paznaun und dem Unterengadin. Die Flur Las Gondas (rum. für Geröllhalde) befindet sich ca. 3,5 km südlich der österreichischen Grenze. Im Rahmen des Silvretta Historica Projekts, einem 2007 von der Universität Zürich initiierten, breit angelegten und internationalen Forschungsprojektes im Silvrettagebirge, wurden hier bei einem archäologischen Survey 2010 eine mehrteilige Pferchanlage sowie vier unterschiedlich grosse Pferche und ein vollkommen verstürztes Steingebäude dokumentiert. Anhand von C14-Datierungen kann eine erste Nutzung des Steingebäudes in der Früh- bis Mittelbronzezeit und eine erneute Nutzung im Frühmittelalter belegt werden. Bereits 2007 konnte 100 m unterhalb der Flur Las Gondas ein oberflächlich kaum sichtbarer Steinkranz ausgemacht werden. Zwischen 2008 und 2011 wurde der Grundriss freigelegt und umfassend dokumentiert. Es handelt sich um eine trocken gemauerte Hütte mit mobiler Bedachung, deren Innenraum rund 6–7 m im Durchmesser aufwies. Darin befand sich eine Feuerstelle. Die Lipidanalysen der im Hütteninneren gefundenen Keramikfragmente zeigen, dass die Gefässe zur Erhitzung von Milch dienten. Das Gebäude wurde in der Zeit zwischen dem 10. und dem 6. Jahrhundert v. Chr. im Zusammenhang mit der alpwirtschaftlichen Bewirtschaftung des Tals genutzt.
Schlagworte
Trachsler-Klassifikation
Weitere Identifikationsnummern
FS67447 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
2281
Parzellennummer
4872