Fundstellen
Hospiz Septimerpass
Titel / Bezeichnung
Hospiz Septimerpass
Datum
1110 bis 1820
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.) , Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Der Septimerpass liegt auf 2310 m ü. M. und verbindet das Oberhalbstein mit dem Bergell. Der Alpenübergang ist eine direkte Verbindung nach Oberitalien. Das mittelalterliche Hospiz St. Peterskapelle liegt entlang der Passstrasse, etwa 200 m südlich des Passübergangs, während das neuzeitliche Gasthaus ("Casa di Sett") sich nochmals rund 200 m weiter südlich im Bereich der Militärbarracken befindet. Wie aus einem Eintrag im ältesten Churer Nekrolog hervorgeht, liess Bischof Wido um 1100/1120 ein erstes Hospiz auf dem Septimer errichten und ausstatten. Ab etwa 1154 wurde dieses durch Prämonstratenser reorganisiert. Das Gebäude war 1513 baufällig, weshalb 1542 von den Gemeinden Vicosoprano und Bivio die sog. "Casa di Sett" errichtet wurde. In Visitationsberichten wird bereits 1623 die St. Peterskapelle als vernachlässigt beschrieben. Erst in den Jahren 1644 bis 1646 setzten Kapuziner das Gotteshaus wieder instand und bauten auch die "Casa di Sett" neu auf. Das Hospiz war offenbar noch bis Anfang des 19. Jahrhunderts in Betrieb. Zu dieser Zeit wird auch das letzte Mal eine "Oste di Sett" (Gaswirt Septimer) in den Quellen erwähnt.
Das Hospiz wurde von 1933 bis 1937 in mehreren Grabungskampagnen untersucht. Das 7 x 9,8 m grosse Hauptgebäude war zweigeschossig. Es wurde mehrfach um- und ausgebaut. Südlich davon befand sich die St. Peterskapelle. Das geostete Gebäude setzte sich aus einem rechteckigen Schiff und einem flach geschlossenen, eingezogenen Altarraum zusammen. Im Umfeld der Kapelle sind mehrere Gräber nachgewiesen worden. Unter unregelmässigen Steinplatten befand sich 13 m östlich der Kapelle ein Ossarium.
Schlagworte
Medientyp
Weitere Identifikationsnummern
FS18636 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
2301
Parzellennummer
11159