Fundstellen
Tschanüff
Titel / Bezeichnung
Tschanüff
Datum
1100 bis 1780
Epoche
Mittelalter (700-1500 n. Chr.)
Institution
Beschreibung
Das Dorf Ramosch befindet sich am Nordhang des Unterengadins beim Talausgang des Val Sinestra. Westlich des Dorfes und direkt am Ausgang des Val Sinestra ruht auf einem Geländesporn des Branclatobels die grösste Burganlage des Engadins, die Burgruine Tschanüff. Die mächtige Burganlage besteht aus einer Ringmauer, einer Vor- und einer Hauptburg. Letztere wird durch den Bergfried, den Südtrakt und eine Schildmauer gegliedert. Der Bergfried war über einen Hocheingang im 3. Obergeschoss zugänglich. Beim Südtrakt handelt es sich um einen viergeschossigen, quergeteilten Bau mit innerem Tordurchgang. Die Schildmauer wurde in einer zweiten Phase durch eine Vormauer zu einem turmartigen Bollwerk verstärkt. Die Anlage dürfte vor 1200 durch die Herren von Ramosch errichtet worden sein. Vermutlich um 1250 und nochmals um 1300 wurde sie erweitert. Der Bischof von Chur kaufte 1394 die Burg. Im Schwabenkrieg 1499 fiel Tschanüff den Flammen zum Opfer. Im Anschluss baute man sie als bischöfliches Verwaltungszentrum wieder auf. Während eines Volksaufstandes im Jahr 1565 und in den Bündner Wirren 1622 ist die Burg geplündert und in Brand gesteckt worden. Geländerutschungen führten 1780 schliesslich zur endgültigen Aufgabe der Anlage. Seit 2001 widmet sich die Stiftung "Fundaziun Tschanüff" der Erhaltung und Sicherung der Burgruine.
Schlagworte
Bollwerke , Brände , Burgen , Bündner Wirren , Plünderungen , Ringmauern , Schildmauern , Schwabenkrieg , Tore , Türme , Umfassungsmauern , Verwaltungszentren , Vorburgen
Art
Weitere Identifikationsnummern
FS2414 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS67274 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
1249
Parzellennummer
4910