Fundstellen
Ils Cuvels
Titel / Bezeichnung
Ils Cuvels
Datum
2800 v. Chr. bis 800 v. Chr.
Epoche
Jungsteinzeit (5800–2200 v. Chr.) , Bronzezeit (2200–800 v. Chr.) , Neuzeit (1500 n. Chr.-heute)
Institution
Beschreibung
Der Weiler Ova Spin liegt an der Ofenpassstrasse im Gemeindegebiet von Zernez. Die ca. 12 m breite und 7 m tiefe Höhle Ils Cuvels befindet sich in einem Steilhang, knapp 50 m nördlich des Ova Spin-Stausees an einem Felsvorsprung. Diese wurde 1930/1931 von zwei Mitgliedern der Schweizerischen Gesellschaft für Urgeschichte (heute Archäologie Schweiz) entdeckt und mittels zwei Sondiergräben erforscht. Sie konnten dabei fünf unterschiedliche Benutzungshorizonte ausmachen. Die obersten zwei datieren in die frühe Neuzeit (1500-1917). Aus dem dritten und mächtigsten Gehhorizont bargen sie zahlreiche Knochenfragmente und Keramikscherben, die in die Spätbronzezeit datieren. In den untersten beiden Schichten wiesen sie zwei Feuerstellen nach. Sie bargen zudem, v. a. im hinteren Teil der Höhle, eine grosse Menge an Tierknochen. Darunter ein Knochen mit zwei eingewachsenen Splittern einer Silexspitze. Die Untersuchung der Tierknochen ergab, dass in gewissen Phasen Haustiere, v.a. Schafe, gehalten wurden, in anderen Phasen hingegen ernährte man sich vornehmlich von Wild. Da eine Überflutung der Höhle befürchtet wurde, führte der Archäologische Dienst Graubünden 1968 eine Nachgrabung durch. Diese lieferten keine wesentlichen neuen Erkenntnisse. Es wurden allerdings neue Holzkohleproben genommen. Die Radiokarbondatierung der Holzkohle sowie die Silexsplitter verweisen die untersten beiden Schichten ins 4. bis 3. Jahrtausend v. Chr. Aufgrund des Fundspektrums kann davon ausgegangen werden, dass Ils Cuvels im Neolithikum und in der Bronzezeit von Jägern und Hirten immer wieder als Rastplatz und Unterschlupf aufgesucht wurde.
Schlagworte
Abris , Felsvorsprünge , Feuerstellen , Haustiere , Höhlen , Keramik , Radiokarbondatierungen , Rastplätze , Silices , Tierknochen , Wildtiere
Weitere Identifikationsnummern
FS4485 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS66931 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes) , FS66934 (Imdas, interne Inventarnummer des Archäologischen Dienstes)
Höhe (Meter über Meer)
1667
Parzellennummer
943