Rohe Naturgewalt – ein Hochwasser im Prättigau
«Es braust die wilde Landquart durch’s Thal im stürmenden Lauf,
Da steigen von beiden Seiten die grünen Berge auf
Mit Dörfern, Gärten, Höfen und Alpen mannigfalt,
Dazwischen Aecker und Wiesen und Bäume und Fels und Wald.»
Alfons von Flugi schildert das Prättigau 1844 als liebliche Gegend, doch der Talfluss, die Landquart, braust auch bei dem Dichter und Sprachforscher schon bedrohlich auf. Tatsächlich verwüstete die Landquart immer wieder den Talgrund des Prättigaus. Und im Juni 1910 kam es zu einem Hochwasser, das heute noch nachwirkt – nicht zuletzt wegen der Fotografien, die damals entstanden.
Ursache für die Überschwemmungen waren heftige Regenfälle, welche die Zuflüsse und die Landquart selbst stark ansteigen liessen. Das Hochwasser verwüstete Siedlungsgebiete, riss Brücken mit und zerstörte die Bahnlinie an mehreren Stellen. Die Gewalt des Naturereignisses zeigen etwa noch Fotografien aus dem Staatsarchiv Graubünden und dem Rätischen Museum in Chur.