Radioscola – der rätoromanische Schulfunk
Sie ertönten über Jahrzehnte aus braunen «Biennophones» oder anderen Radiogeräten – und das mitunter direkt im Schulzimmer: die Sendungen der «radioscola», des rätoromanischen Schulfunks. 1955 gegründet, erreichte der Schulfunk aber nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch manch andere Zeitgenossen – zumal die Sendungen thematisch überaus vielfältig waren.
Begleitet wurden die Radiosendungen von einer Art Schulfunk-Zeitung. Bereits das erste Heft zeigt die thematische Vielfalt der «radioscola» auf: Um Kristalle geht es darin ebenso wie um die Heilquellen von Scuol und Tarasp. Im Laufe der Jahrzehnte wuchsen die Inhalte des Funks und seines Begleithefts zu einer Art Schulbibliothek heran – und sogar über den schulischen Rahmen hinaus.
Den Schulfunk gegründet und massgeblich geprägt hat Alfons Maissen, der sich über Jahrzehnte stark für die romanische Sprache und Literatur einsetzte – und als Kantonsschul-Lehrer auch einiges didaktisches Gespür für die Sendungen und Hefte mitbrachte. Der Schulfunk war bis 1990 auf Sendung.