Architektur
«Cafehaus», «Speissehütte», «Bureau des Central-Comité», «Schützenstand» - ein Grossanlass mit tausenden von Gästen braucht Platz, Infrastruktur und viel Organisation. Schon das Eidgenössische Schützenfest 1842 in Chur bot ein eigenes «Cafehaus» an, das wohl vor allem von den Zuschauerinnen und Zuschauern besucht wurde, denn Frauen war die Teilnahme am Schiessen damals noch nicht erlaubt. In diesem Jahr fand das Schützenfest auf der Quaderwiese in Zentrumsnähe statt. Für die späteren Austragungen, 1949, 1985 und 2026, wurde der Schützenplatz, die Schützenmatte, am Stadtrand benutzt. Der Schützenplatz Rossboden in Chur verfügt über ein altehrwürdiges Schützenhaus. Für das Schützenfest 1949 und 1985 wurde dieses durch wichtige temporäre Bauten ergänzt - zusehen auf diesen Projektplänen.
Neben den Schiessständen und Verpflegungsorten zog 1842 wohl vor allem auch der Gabentempel zur Ausstellung der Festpreise die Besucherinnen und Besucher in seinen Bann (mehr zu den Auszeichnungen gibt es hier). Denn über dem schon imposanten Bau thronte auch noch eine Fahnenburg mit den Fahnen der teilnehmenden Schützenvereine. Der achteckige, neugotische Pavillon war nur für die temporäre Nutzung während des Schützenfestes gedacht, blieb jedoch – wohl auf Bestreben des Bündner Ingenieurs und Baumeisters Richard La Nicca – als Gartenpavillon am Rosenhügel erhalten und wurde für das Eidgenössische Schützenfest 1985 in Chur erneut aufgebaut. Zu diesem Zeitpunkt befand sich der Gabentempel jedoch in einem schlechten Zustand und wurde eingelagert. Seit 2017 kann der sorgfältig restaurierte Gabentempel auf dem Hirschbühl (beim Rosenhügel) in Chur auch ausserhalb der Schützenfeste besichtigt werden:
Für viele Schützinnen und Schützen sind auch die militärischen Bauten interessant. Einige dieser Anlagen in Graubünden wurden zu Museen umgestaltet und können heute besichtigt werden: