Eidgenössisches Schützenfest in Chur
Zielen, schiessen, nachladen – und das mitten in einer Feststimmung. Genau das macht den Reiz eines Schützenfestes aus. In der Schweiz ist der Schützensport seit Jahrhunderten Tradition und findet alle fünf Jahre seinen Höhepunkt im Eidgenössischen Schützenfest.
Was heute wie ein sportlicher Wettbewerb mit Volksfest-Charakter wirkt, hat eine lange Geschichte. Das Schiessen als Wettkampf ist in der Eidgenossenschaft seit dem Spätmittelalter verbreitet. Anfangs handelte es sich um private Veranstaltungen von Jagdgesellschaften und um Übungen städtischer Gruppen, allerdings vorwiegend der wohlhabenden Bürger und nicht der Unterschicht. Mit der Zeit wurden die Anlässe zunehmend politisiert: Manche Feste trugen zum Frieden, andere aber auch zum Zwist bei. Ein wichtiger Meilenstein folgte 1824 in Aarau mit der Gründung des Eidgenössischen Schützenvereins (seit 2002 Schweizer Schiesssportverband) und dem ersten Eidgenössischen Schützenfest. Dieses sollte den Zusammenhalt der Schweizer Bevölkerung fördern. Seit dem späten 19. Jahrhundert verstärkte sich die Verflechtung zwischen dem zivilen Schützenwesen und dem Militär, was insbesondere durch die beiden Weltkriege begünstigt wurde. Erst 1996 hob der Bundesrat die Pflichtmitgliedschaft in einem Schützenverein auf, wodurch das Schiessen sich zunehmend zu einer Sportart und die Schützenfeste zu Sportveranstaltungen entwickelten.
Heute sind die Eidgenössischen Schützenfeste, neben den regionalen Anlässen, beliebte Begegnungsorte, wo sich Gross und Klein (oder Jung), aber auch Mann und Frau unabhängig ihrer Herkunft messen, gemeinsam die Tradition des Schützensports pflegen und in einzigartiger Atmosphäre feiern. Das Fest folgt dabei einem klar strukturierten Programm und bietet zahlreiche Wettkämpfe und sogenannte Spezialstiche an. Ein Stich?
Ein nationaler Anlass wie das Eidgenössische Schützenfest braucht vor allem eines: Platz. Während am ersten Eidgenössischen in Graubünden 1842 rund 4’000 Personen teilnahmen, werden 2026 etwas 36'000 Schützinnen und Schützen erwartet. Entsprechend stark gefordert ist die Infrastruktur der Büdner Schützenvereine. Der Aufbau des Festgeländes, die Schiessstände und der Gabentempel beeindrucken das Publikum seit jeher.
Apropos Gabentempel: Was wäre ein Wettkampf ohne Auszeichnungen und Preise? Ob Medaille, Bierkrug, Wurst oder sogar eine Kinderwiege, die Vielfalt ist gross und oft überraschend. Eines haben jedoch fast alle Teilnehmenden gemeinsam – die Freude am Erlebnis. Wer die früheren Auszeichnungen trotzdem genauer bestaunen möchte:
Vor Ort lässt sich das Eidgenössische Schützenfest 2026 in Chur und der näheren Umgebung hautnah vom 5. Juni bis 5. Juli 2026 miterleben. Porta Cultura ist Teil des Schützenfestes und präsentiert im Festzelt spannende Rätsel (inkl. Wettbewerb) zu den vergangenen Eidgenössischen Schützenfesten in Chur. Vorbeikommen lohnt sich.
Doch Graubünden ist nicht das erste Mal Austragungsort des Festes. Das Eidgenössische Schützenfest fand hier bereits drei Mal statt. Wer tiefer eintauchen und eine Reise in die Vergangenheit machen möchte: