Auszeichnungen
Um einen «Musch» (im Bündner Dialekt Musche – vermutlich aus dem Französischen «Fliege»), einen Volltreffer ins Schwarze, zu landen und einen Zehner, die maximale Punktzahl, zu erreichen, braucht es im Schützensport weit mehr als ein ruhiges Händchen: körperliche Fitness, mentale Stärke, technisches Verständnis und Selbstdisziplin. Wer sein Können unter Beweis stellt, wird belohnt. Auf die Schützinnen und Schützen wartet der Kranz, eine Auszeichnung in Form einer Medaille. Ergänzt wurden diese durch Ehrenmeldungen und Diplome. Speziell sind die Schützentaler, ebenfalls Medaillen, die bis 1885 auch als Zahlungsmittel verwendet werden konnten. Zahlreiche Auszeichnungen vergangener Eidgenössischer und regionaler Schützenfeste werden heute in unterschiedlichen Kulturinstitutionen aufbewahrt.
Die Motive der Medaillen erzählen dabei immer auch eine Geschichte: Sie stehen nicht nur für den Austragungsort des Schützenfestes, sondern spiegeln den Zeitgeist wider. So zeigen die Schützentaler der Eidgenössischen Schützenfeste in Graubünden unterschiedliche Bilder: 1842 prägten Wappen das Motiv der Taler und 1949 wurde ein kraftvoller Bürger und Schütze dargestellt (die historische Entwicklung des Schützenfestes ist hier und im Historischen Lexikon der Schweiz nachzulesen). Der Taler von 1985 zeigte erneut die Schilder des Bündner Wappens, während die Medaille des gleichen Schützenfestes die Stadt Chur präsentiert.